Nº 279
Editorial:

Embodiment

Text: Stephan Ott

Design

Die Rolle von Designern innerhalb so unterschiedlicher Bereiche wie Produktentwicklung, Markenbildung, Embodiment oder Raumfahrt einzuordnen und zu bewerten, ist nicht ganz einfach. Von außen betrachtet, wird die inter- oder transdisziplinäre Arbeitsweise von Designern oft als übergriffig missverstanden. Aus der Innensicht wiederum, sieht mancher Designer Impulse von außen primär als Bedrohung und nicht als Bereicherung seiner Arbeit. Dabei können gerade branchenfremde Amateure mitunter wichtige Anstöße geben, wie aktuelle und historische Beispiele belegen.

Designer entwerfen und entwickeln in unterschiedlichen Dimensionen: grafisch im Raster und in der Fläche, gegenständlich im (öffentlichen) Raum, audiovisuell in der Raum-Zeit oder sozialgesellschaftlich mithilfe der fünften Dimension, der Sprache. Bis hierher ist noch kein großer Unterschied zu Vertretern anderer Gestaltungsdisziplinen, etwa der Kunst mit ihren verschiedenen Protagonisten, den Malern, Bildhauern, Filmern oder Schriftstellern, festzustellen. Eine entscheidende Differenz ist jedoch, dass Designer, egal in welcher Dimension sie gestalten, dies immer zu Handlungszwecken und immer für einen konkreten Adressaten, sprich Nutzer, tun.

 

Kontext

In dieser Kombination aus dimensionenübergreifender und nutzerorientierter Arbeit ist ein Grund der oben genannten Skepsis zu sehen: Als Nutzer ist uns erfahrungsgemäß nämlich an einer eindeutigen dimensionalen Zuordnung des jeweiligen Handlungszweckes gelegen. Der „Archi-Designer“ Gio Ponti mag hier eine der Ausnahmen bilden; ein sich nur auf den umbauten Raum konzentrierender Architekt ist uns vertrauter – ein Grund übrigens dafür, dass beispielsweise Zaha Hadid erst ab dem Zeitpunkt als Architektin öffentliche Anerkennung fand, als ihre Entwürfe auch gebaut beziehungsweise baubar wurden.

Schon mit einem Verpackungsdesigner, der in seine Überlegungen sowohl die Farbe (die Qualität der Dimension Fläche), das Material (die Qualität der Dimension Raum), die Bewegung (die Qualität der Dimension Raum-Zeit) und mittlerweile auch die Algorithmen (die Qualität der digitalen Technologien) des jeweiligen Verpackungsroboters miteinbeziehen muss, wissen wir nicht so recht umzugehen.

 

 

Situation

Als Medium, das das Design sehr weit und dimensionenübergreifend fasst, ist die form Inspirationsquelle und Beziehungsstifterin zwischen allen Gestaltungsdisziplinen, seien sie eher praktisch oder geisteswissenschaftlich orientiert. Denn bereits die Gründer der form konstatierten in der ersten Ausgabe unter anderem: „form geht von der Auffassung aus, daß wir in einem technischen Zeitalter leben, das seine Ausdrucksformen in der Welt der sichtbaren Erscheinung sucht, aber erst teilweise gefunden hat.“ An diesem nie endenden Findungsprozess arbeiten wir mit großer Freude weiter.

Mit dieser Ausgabe begrüßen wir Eva Artinger als neue Editorial Designerin und freuen uns auf die Zusammenarbeit. Und Ihnen, werte Leser, wünschen wir eine anregende Lektüre.

 

Stephan Ott, Chefredakteur

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