Nº 283
Editorial:

The Power of Design

Text: Stephan Ott

Design

„Wir müssen mehr lernen“, konstatiert Hartmut Esslinger im Interview, das wir mit ihm anlässlich des 50-jährigen Jubiläums von Frog Design geführt haben. Ein argloser Satz, könnte man meinen, der dazu angetan ist, folgenlos an denjenigen vorbeizurauschen, die lediglich auf das pure Erregen von Aufmerksamkeit in den sozialen Medien gepolt sind. Nun ist gerade Esslinger keiner, der nicht zeitlebens Aufmerksamkeit auf sich, sein Unternehmen und auch auf seine Kunden zu lenken gewusst hätte. Aber, und das ist der Unterschied, erst dann, nachdem er sich intensiv mit den neuen Möglichkeiten avancierter Technologien auseinandergesetzt, damit ein großes Interesse bei seinen Auftraggebern wie Wega, Sony oder Apple geweckt und letztlich einen Grundstein für deren späteren (Welt-)Erfolg gelegt hat. Eine jeweils eigene Vision und die Freiheit, diese auch umsetzen zu können, waren Esslinger dabei immer wichtig, auch, um autoritären Strukturen jeglicher Art eine eigene Position entgegensetzen zu können.

 

Kontext 

Wenn wir unmittelbar mit Macht konfrontiert sind, zeigt sich diese unverhohlen: in Konflikten mit Staatsmächten, etwa an Grenzen, beim Ausspielen ökonomischer Monopole, aber auch im Fußballstadion, wenn die Zuschauer zum „zwölften Mann“ werden. Designer helfen mitunter dabei, diese kulturellen, ökonomischen und politischen Mächte zu zementieren. Viel zu oft tun sie dies auch in dem naiven Glauben, tatsächlich Probleme gelöst zu haben. Aber, wie das Beispiel von Forensic Architecture zeigt, Designer können mit den gleichen Werkzeugen den Mächtigen unbequeme Fragen stellen und eine alternative Sichtweise auf vermeintlich eindeutige Ereignisse aufzeigen.

In unserem Schwerpunkt „The Power of Design“ gehen wir insbesondere den nicht ganz so offensichtlichen Strukturen der Macht nach. Wir sprechen über das verführerische Potenzial des Designs in der Werbung und in den Medien, gehen der Inszenierung von Bildern in sozialen Medien wie Instagram nach, hinterfragen die Rolle des sogenannten Prosumers und untersuchen subtile Wirkmechanismen von Gestaltung, beispielsweise des Nudgings.

 

Situation 

„Wir müssen früher projizieren“, rät Esslinger in besagtem Interview. Wegweisende Entscheidungen würden mittlerweile immer häufiger bereits vor dem Entwurfsprozess gefällt. Grund genug, Designer bereits zu diesem Zeitpunkt einzubinden und eine Aufforderung an uns alle, den Dingen noch näher auf den Grund zu gehen.

Nicht zuletzt auch deshalb benennen wir mit dieser Ausgabe die bisherige Rubrik Fairs in Impulse um. Haben wir uns hier bisher auf Vorschauen beschränkt, wollen wir Sie von nun an auch mit Retrospektiven auf Veranstaltungen und Diskussionen sowie Einblicken in die Designszene auf dem Laufenden halten. Dies auch vor dem Hintergrund, unsere Heftinhalte zukünftig immer mehr mit unseren Onlineaktivitäten, etwa unserem alle zwei Wochen erscheinenden Newsletter zu verknüpfen.

Wir hoffen, damit weitere Perspektiven auf das Design zu eröffnen und
wünschen Ihnen in diesem Sinne eine umfassend anregende Lektüre.

 

Stephan Ott, Chefredakteur

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The Power of Design

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