Drei Fragen an:
Studio Langesommer

langesommer.de


Christine Lange und Patrick Marc Sommer haben ein gemeinsames Studio in Berlin. Ihr tägliches Brot verdienen sie sich mit Typografie und Grafikdesign. Dafür sind sie ständig auf der Suche nach „intelligenten Gestaltungslösungen vom Konzept bis zum fertigen Produkt“. Sie sind auf Editorial Design (Broschüren, Kataloge, Magazine, Unternehmenskommunikation) und Corporate Design (Logo, Schrift, Farbe, Bildsprache und Implementierung) spezialisiert und vertreten den Grundsatz von einer „optimalen Lesbarkeit“. Ihre Begeisterung für Kommunikation und Design zeigt ihr letztes Projekt für das Jüdische Museum Berlin, für dessen Sonderausstellung Die Erschaffung der Welt (die noch bis zum 3. August eine Sammlung illustrierter hebräischer Schriften präsentiert) die beiden die gestalterische Entwicklung der Keyvisuals übernahmen; nachdem sie vom Jüdischen Museum Berlin und anderen Agenturen zur Teilnahme am ausgeschriebenen Ausstellungs-Wettbewerb eingeladen wurden – und letztlich auch gewannen. Wir haben Lange und Sommer zum kurzen Interview über ihr aktuelles Projekt gebeten. 




1. Könntet Ihr uns etwas über Euren Hintergrund erzählen? Wie würdet Ihr Euren Stil beschreiben?

 

Patrick Marc Sommer: Ich komme ursprünglich aus Mainz und bin seit fünf Jahren selbstständig als Grafikdesigner in Berlin tätig. Ich bin einer der Herausgeber von Design Made in Germany und Gründer von „Langesommer – Atelier für Grafik Design und Typografie“. Meinen Stil würde ich beschreiben als typografisch, reduziert, direkt, inhaltsbetont.

Christine Lange: Ich habe zuletzt in Weimar Visuelle Kommunikation studiert und dort 2012 mit Diplom abgeschlossen. Seitdem arbeite und lebe ich in Berlin und habe zusammen mit Patrick „Langesommer“ gegründet. Mein Stil ist klar, einfach, detailverliebt, typografielastig, haptisch.

 

2. Woran habt Ihr bei Eurem Projekt für das Jüdische Museum Berlin gearbeitet? Wie sah der Herstellungsprozess aus?  

 

Sommer: Es ging um die Gestaltung der Marketingmaßnahmen für eine Sonderausstellung und damit um die Entwicklung eines Keyvisuals. Für die erste Runde, also den Wettbewerb, sollten wir ein Plakat und die Einladung zur Ausstellung präsentieren. Später kamen Plakate in unterschiedlichen Ausführungen, Fassadenbanner, Eintrittskarten und vieles mehr dazu.

Lange: Der Herstellungsprozess war sehr spannend – und auch eine Herausforderung! Das Thema war komplett neu für uns: Hebräische Schrift und jüdische Kultur. Damit hatten wir beide bisher noch nicht so viele Berührungspunkte. Wir wollten gerne das Gefühl der Ausstellung zum Ausdruck bringen und haben unsere Ansätze im Gestaltungsprozess immer weiter auf das Wesentliche reduziert. Am Ende waren dann Papier (Schriftrollen) und Tusche (Kalligrafie) unsere Hauptansatzpunkte. Im Prozess gab es viele Experimente und Versionen mit Tusche und Feder. Die Tusche als Ursprung der Kalligrafie und somit Basis der hebräischen Schrift, ist es dann geworden: Die Tusche entwickelt sich zum kalligrafierten Buchstaben „Alef“, der den ersten Buchstaben im hebräischen Alphabet darstellt. Zeigt Entwicklung, Entstehung und Bewegung – sowie auf eine sehr ästhetische Art – die Schönheit und den Ursprung der hebräischen Schriftkultur. Auch im Bezug auf den Ausstellungstitel „Die Erschaffung der Welt“ hat dieser Ansatz überzeugt. 

 

3. Unterscheidet sich dieses Projekt von vorangegangenen Arbeiten? Wenn ja, warum?

 

Lange: Also, was sich unterscheidet ist, dass wir bisher noch keine Ausstellung in dieser Größenordnung beworben haben. Wenn man so plakativ nach Außen arbeitet, muss man doch anders gestalten als bei einem Magazin oder Buch, wofür man sich Zeit nimmt, es in der Hand hält und Ruhe beim Betrachten hat. Das Motiv muss schnell begreifbar sein bzw. unserer Ansicht nach, ein Gefühl für die Ausstellung vermitteln. Es war eine tolle Aufgabe, gerne mehr davon.



















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