3 Fragen an:
Hanno Schwab, Earlybird

earlybirdskis.ch


Pünktlich zur Eröffnung der Saison stellt die junge Ski-Manufaktur Earlybird aus dem schweizerischen Bern ihre ersten drei Tourenski-Modelle vor. Damit folgt Earlybird einerseits einem Trend, denn immer mehr Ski-Manufakturen bieten in jüngster Vergangenheit individuell gefertigte Modelle zu konkurrenzfähigen Preisen an. Andererseits warten die Earlybird-Modelle noch mit einer Besonderheit auf: das Team um den Gründer Hanno Schwab, mit dem wir über die Entwicklung der Produkte gesprochen haben, verwendet für die Ski nur regionale Holzarten sowie nachhaltige Werkstoffe.

Präsentiert werden die Skimodelle derzeit im Rahmen der Ausstellung „Produkt und Persönlichkeit“ im Stilhaus in Rothrist (Kanton Aargau). Mit Hilfe des Creative Hub, einer Plattform, die junge Designer bei der Vermarktung ihrer Kleinserien unterstützt, sind die Skier noch bis zum 31. März 2015 zu sehen und auch zu erwerben.

 

Weitere Ski-Manufakturen stellen wir Ihnen in form 257 vor.




1. Wie kamst Du auf die Idee selbst Ski zu produzieren?

 

Ich bin Architekt und Ingenieur. Geboren bin ich in München und im Allgäu aufgewachsen. Nicht zuletzt der Berge und des Bergsports wegen – im Winter Skifahren, im Sommer Klettern, Mountainbiken und Bergsteigen – zog es mich zum Studium in die Schweiz.

Als Tüftler, der schon als Bub jedes Teil, das er in die Finger bekam, auseinanderschraubte, hatte ich den Drang, den für mich perfekten Tourenski zu bauen. Jeden Winter kaufte ich mindestens fünf Paar verschiedene Ski, mit jedem Ski war ich nicht wirklich zufrieden, irgendetwas störte mich immer. Und so verkaufte ich sie wieder und kaufte den nächsten. Einem Freund, ein Holzbauingenieur, erzählte ich davon und der sagte: „Bau dir doch selber einen“. Gesagt, getan, versuchte ich mein Glück. Ich habe erst einmal recherchiert, Material besorgt und dann losgelegt. Schon am ersten Tag ärgerte ich mich über die giftigen Epoxydharze, und die Carbonmatten, die man eigentlich nur mit Atemschutzmaske verarbeiten darf, da sie wie Asbest krebserregend sind. Das machte keinen Spaß und passte irgendwie nicht zu dem naturverbundenen Bild, das ich mit Skitourengehen verbinde. Als Architekt bin ich auf ökologisches Bauen spezialisiert und gewohnt, nach nachhaltigen Alternativen für Materialien zu suchen. Ich recherchierte, aktivierte Kontakte, die mir helfen konnten, und schon bald zeigte sich, dass es tatsächlich Alternativen gibt.




2. Was ist das Besondere an den Earlybird-Skiern?

 

Wir verwenden nur regionales Schweizer Holz, gesägt von einem Familienbetrieb, der auch noch die gesamte benötigte Energie selbst produziert. Andere Hersteller verwenden zum Teil afrikanische oder asiatische Hölzer. Diese sind sehr leicht, was im Moment dem Trend im Skibau entspricht. Wir recherchierten, testeten immer wieder und fanden einheimische Alternativen, die den anderen Hölzern in nichts nachstanden. Anstatt Carbon oder Glasfasern verwenden wir Flachsfasern der Firma Bcomp. Diese kommen aus dem Emmental und sind 100 Prozent natürlich. Sie sind fast so leistungsfähig wie Carbon, haben sogar eine bessere Dämpfung. Anstatt mit einem herkömmlichen, erdölbasierten arbeiten wir mit einem biobasierten Epoxydharz. Dieser wird aus Abfallstoffen der Papierherstellung gewonnen und ist ebenfalls sehr leistungsfähig. Auch beim Skibelag sind wir fündig geworden und verwenden einen Rennbelag eines deutschen Herstellers, der aus recycelten Rohstoffen hergestellt wird.

 

3. Welche Rolle spielt das äußere Erscheinungsbild für Dich? 

 

In der Flut der hunderten oder tausenden bunten, wilden Grafiken fällt man nicht auf, wenn man bunt ist. Der erste Ski, den ich gebaut habe, hatte nur ein Holzfurnier ohne jegliches Logo. Auf jeder Tour wurde ich zig mal angesprochen, was das denn für ein Ski sei. Ein Ski ohne Logo, schlicht, nur Holz, das fällt auf. Die aktuellen Modelle sind wie der allererste Ski mit einem geölten Holzfurnier versehen, allerdings gibt es mittlerweile ein Logo. Dieses wird mit einem Brandeisen aufgebrannt, was sehr gut zum Holz passt und auch absolut natürlich ist.
















Shop

Nº 271
Gefahr/Danger

form Design Magazine


Jetzt bestellen

Shop

LOGO.
Die Kunst mit dem Zeichen

Museum für Konkrete Kunst, Ingolstadt


Jetzt bestellen

Shop

form Edition #3

Wooden Object by Kai Linke

Jetzt bestellen