Altenpflege neu gestaltet

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Im Rahmen einer Studienarbeit an der TU München haben neun Studenten des Master-Studiengangs Industrial Design sich mit der Thematik Demografie beschäftigt. Die Problematik eines deutlichen Anstieges der Lebenserwartung und somit einer Vergreisung der Gesellschaft sind der Grund für mittlerweile 2,5 Millionen pflegebedürftige Menschen in Deutschland, von denen gut zwei Drittel ambulant versorgt werden müssen. Das folgende Produkt zeigen, dass medizinische Hilfsmittel keineswegs immer teuer und mit der neusten Technik ausgestattet sein müssen, um etwas erreichen zu können.




Die Projektgruppe hat sich speziell einer immer älter werdenden Gesellschaft in Kombination mit dem Berufsfeld der ambulanten Pflege angenommen und vor diesem Hintergrund nach Produkten und Lösungen gesucht, die allen Beteiligten den Alltag erleichtern sollen. Rücken- und Knieprobleme gehören wahrscheinlich zu den häufigsten Beschwerden von Pflegekräften, da auch zierlichere Kollegen immer wieder schwere Patienten heben müssen. Auch der Einsatz von Hilfsmitteln wie Rollatoren oder Rollstühlen reicht oft nicht aus, um diese körperlichen Anstrengungen zu reduzieren. Forschungsergebnisse aus dem Kletterbereich haben maßgeblich dazu beitragen können, neue Entwicklungen wie beispielsweise Haltegriffe auch in Pflegeberufen zu etablieren und so die körperliche Belastung zu reduzieren. Zudem motiviert eine sogenannte aktivierende Pflege, wie sie beim Einsatz mit Haltegriffen realisiert werden kann, Patienten dazu, auch selbst zum Hebevorgang beizutragen. 




So ist innerhalb des Projektes unter anderem eine Pflegeweste für die Angestellten des Johanniter Pflegedienstes entstanden, die zum einen als Arbeitsuniform, zum anderen aber auch als direkte Erleichterung bei der Versorgung von Patienten dienen soll. Die verschiedenen Haltegriffe, die sich auf der Weste befinden, verteilen die aufgenommene Last über den gesamten Körper des Pflegers. Bewusst einheitliche Form- und Farbsprache sorgt zudem nicht nur für eine bessere Wiedererkennbarkeit der Johanniter selbst, sondern soll auch indirekt zu einer Verbesserung des Selbstwertgefühls der Pflegekräfte und einer erhöhten Attraktivität des Pflegeberufs im Allgemeinen beitragen. Um weitere Utensilien des täglichen Gebrauches immer zur Hand zu haben, wie beispielsweise Handschuhe oder Desinfektionsmittel, gibt es eine Tasche, die auf einer sogenannten Kederleiste einfach vom Bauch auf den Rücken und wieder zurück, verschoben werden kann. 
















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Dossier
Medizinisches Design, Low-Tech Solutions
Jahr
2015
Disziplin
Produktdesign, Industriedesign
Ausgabe
form 257
Links
tum.de
id.ar.tum.de
johanniter.de

Weitere medizinische low-tech Produkte stellen wir in form 257 vor. Die Ausgabe kann online über unseren Shop bestellt werden.

Text: Jessica Sicking