André Courrèges gestorben


Er war mehr, viel mehr als ein Couturier, ein Stylist, ein Modemacher, er war das, was alle möglichen Modegestalter von sich behaupten, ohne es zu sein; er war tatsächlich ein, vielleicht sogar der erste Designer in der Modewelt überhaupt.




Für André Courrèges war Chic nicht Selbstzweck, sondern Folge und Funktionen und Materialien. Seine flachen Schuhe lehrten das richtige Laufen, statt Hut und Regenschirm gab es Helme, damit die Hände frei bleiben, Samt und Seide wurden durch transparente oder starkfarbige Kunststoffe ersetzt – Mode und Kleidung als Signal, als Startzeichen einer neuen Zeit, die Arbeit, Alltag und Vergnügen nicht mehr separierte. Diese Zeit war für Courrèges das Raumfahrtzeitalter, die Zeit der Geschwindigkeit, der Bewegung, der Zeitökonomie. Deshalb folgte er nicht den Mitteln der Mode mit Rüschen und Applikationen, sondern setzte auf Industrietechniken: der Klettverschluss löste die Korsettschnürung ab, die Industrieklebung die Naht. Gerade diese Sorgfalt der Verbindungsdetails stellt ihn in eine Reihe mit den großen Produktdesignern, mit Charles Eames und den Shock-Mounts sowie auch mit dem gerade verstorbenen Richard Sapper, der bei der Leuchte „Tizio“ Druckknöpfe zur Stromweiterleitung nutzte.

Courrèges, der Bauingenieurwesen und Brückenbau studiert hatte, wurde 1923 geboren und starb am 7. Januar 2016 in Neuilly-sur-Seine bei Paris.

 

 

Jörg Stürzebecher



















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