Beating Salts – Salt Design Lab

Design Museum Holon

– 29. Oktober 2016

dmh.org.il


Seit der Antike wird Salz quer durch alle Länder und Kulturen mit Mythen, Glauben und Ritualen verbunden. Salz diente als Währung im Handel und stand für Ansehen und Macht. Die menschliche Aufmerksamkeit fanden schon damals die konservierenden Eigenschaften des Salzes, durch die es zu einer wertvollen und begehrenswerten Ressource wurde. Die Ausstellung „Beating Salts – Salt Design Lab“ stellt das in einem dreijährigen Forschungsprozess entstandene Werk des Designers Erez Nevi Pana vor und beschäftigt sich mit den bekannten Eigenschaften des Rohmaterials. 




Der in Israel und Eindhoven lebende Absolvent der Design Academy Eindhoven Nevi Pana begibt sich an einem Sommertag im Jahr 2013 ohne ein konkretes Ziel zu haben auf eine Wanderung in die Judäische Wüste. Vor dem Hintergrund der Landschaft des Toten Meeres stößt er auf einen zwischen Wüstendünen gelegenen glänzenden, weißen Berg aus Salz, einem Beiprodukt des Meeres. Der Inspiration dieser Entdeckungsexpedition entspringen zwei aufeinander aufbauende Projekte, die den Inhalt der Ausstellung bilden: „Recrystallizing the Desert“ und „Lot’s Wife“.

Aus dem Anliegen heraus, dem Rohmaterial eine neue Funktion zu verleihen, definiert Nevi Pana die Grenzen des Salzes neu. Bei seinem Verfahren werden Salzkristalle in speziell kreierte Formen gestreut, die durch Erhitzung mit Sonnenenergie oder Gas kristallisieren. Das Endprodukt hat ein weißes, reines und glänzendes Aussehen, erzielt durch einen kostengünstigen und schnellen Prozess.

 

Im weiterführenden Verfahren des Projekts „Lot’s Wife“ steht die Frage nach der Haltbarkeit des neuen Produkts und der Wunsch, dieses für längere Zeit zu konservieren, im Mittelpunkt. Der Designer nutzt hierfür eine seiner charakteristischen Arbeitsweisen und kombiniert verschiedene Materialien, in diesem Falle Salzkristalle und Lehm. Die Mischung wird mit einer traditionellen Technik in einem Ofen gebrannt. Die Benutzung des Salzes als Guss für ein Gefäß zieht maximalen Nutzen aus den konservierenden Eigenschaften des Materials. Das Resultat verdeutlicht die Haltbarkeit des Materials auf der einen Seite und die Fragilität und Vergänglichkeit des Ausgangsprodukts auf der anderen Seite.


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