16. April 2015

Dossiers
Concretable

Text: Jessica Sicking

Bereits seit einigen Jahren ist Beton nicht mehr nur in der Architektur beliebt, sondern findet auch im Produktdesign zunehmend Anklang. Wider Erwarten handelt es sich hierbei jedoch nicht nur um einen kurzlebigen Trend. Der Baustoff ermöglicht aufgrund seiner besonderen Materialeigenschaften neue Möglichkeiten der Formgebung und überzeugt zudem mit einer besonderen Ästhetik.

 

 

Ulrich Knaack, Tillman Klein, Marcel Bilow

Imagine 08.

Concretable

Englisch

Nai010 Publishers

120 Seiten, € 24,50

ISBN 978-94-6208-221-2



 

Bei Imagine handelt es sich um eine Publikationsreihe, die sich besonders mit der Erforschung neuer Technologien und Entwicklungen im Bereich Materialien befasst, um Architekten und Designer gleichermaßen zu inspirieren. Der achte Teil der Publikation mit dem Titel „Concretable“ befasst sich mit dem Thema Beton und beschreibt den Status quo in Bezug auf Technologie, Entwicklungspotenzial, Vorschläge für zukünftige Forschungsgebiete und diverse Beispiele zur konkreten Anwendung.

 

Obwohl der Werkstoff Beton als solcher bereits seit über 150 Jahren in der Architektur seine Anwendung findet, spricht die Publikation von einer aktuellen Renaissance des Materials. Architekten und Designer entdecken nicht nur die Eigenschaften des Materials neu, sondern auch das damit verbundene Gestaltungspotenzial. Eine ganze Palette neuer Betonsorten deckt zudem diverse neue Eigenschaften für die unterschiedlichsten Anwendungen ab – von isolierend über filigran bis hin zu druckbeständig. Die Faszination des Materials liegt zum einen in der Tatsache begründet, dass der Werkstoff im flüssigen Zustand in jede erdenkliche Form gebracht werden kann, zum anderen im ausgehärteten Zustand eine fast mit Stahl vergleichbare Druckstärke und Massivität erhält. „Concretable“ zeigt hierzu nicht nur aktuelle Möglichkeiten für die Anwendung des Materials, sondern stellt darüber hinaus mögliche, zukünftige Entwicklungen aus den Bereichen Technik, Konstruktion und Entwurf vor.

 

Den Autoren geht es vor allem darum, ein neues Verständnis für das Materials zu vermitteln: Es ist leicht, emotional und vielseitig. Mit dem Ziel, Designer und Ingenieure mit diesem neuen Wissen vertraut zu machen, sollen sie für kommende Projekte sensibilisiert und bei der eigenen Entwicklung von neuen Technologien unterstützt werden. Die Autoren sehen das Experimentieren mit dem Material und den dazugehörigen Produktionsprozessen als einen elementaren Bestandteil bei der Weiterentwicklung technischer und ästhetischer Resultate.

 

Die Publikation und ihre Inhalte basieren auf den Forschungsaktivitäten der sogenannten Façade Research Group der Fakultät für Architektur an der Technischen Universität Delft in Kooperation mit der Detmolder Schule für Architektur und Innenarchitektur an der Hochschule Ostwestfalen Lippe.

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