Drei Fragen an:
Moritz Schmid, Bench

moritzschmid.com


Die kommende Ausgabe der form (N° 253, erscheint im April) beschäftigt sich mit dem Designland Schweiz. Wir sprechen mit dem Schweizer Designer Moritz Schmid, der für den „Auftritt Schweiz“ anlässlich der diesjährigen Leipziger Buchmesse (13. bis 16. März 2014) die rote Lesebank Bench gestaltet hat.




Moritz, Du führst seit 2008 Dein eigenes Designstudio in Zürich. Seither hast Du  zahlreiche Projekte für Kunden wie Atelier Pfister, Glas Trösch, Kvadrat, das Museum für Gestaltung Zürich und Röthlisberger realisiert. Wie bist Du bei dem Projekt Bench mit der Herausforderung umgegangen, die Schweiz in einem einzigen Möbelstück zu repräsentieren? Was war Dir bei diesem Projekt wichtig?

Der Schweizer Buchhändler- und Verleger-Verband hat mich mit dem Projekt beauftragt. Der Titel lautete „Die rote Bank“, vorgesehen war eine Sitzbank, die den „Auftritt Schweiz“ auch außerhalb der Messe in die Stadt bringt.
Wichtig war mir, mit der Bank eine Art Aussichtspunkt zu schaffen, denn in Leipzig soll die Bank überall dort stehen, wo zur Buchmesse Schweizer Literatur und Kultur vorgestellt wird. Jeder, der schon einmal in der Schweiz wandern war, kennt das Bild der Sitzbänke, die von „Verschönerungsvereinen“ an Aussichtsorten aufgestellt werden. Diese Beobachtung war der Hintergrund des Projektes. Mein Anliegen war es, eine Bank zu entwerfen, in der man diese bekannten, vertrauten Bänke wiedererkennt, die aber doch eigen ist. Im Querschnitt sind die Profile tropfenförmig und geben der sonst harten Holzbank eine Weichheit, die an Polster erinnern. Die Bank soll zum Verweilen einladen.
Mir war von Anfang an klar, dass die ganze Sitzbank rot sein sollte und nicht bloß einzelne Element, wie es bei den Bänken am Waldrand der Fall ist. Die Farbe vereint die Elemente zusätzlich und verleiht der sonst sehr einfachen Bank Präsenz. Ein weiteres Anliegen war mir, die Bank in Zusammenarbeit mit der Schweizer Firma Röthlisberger zu realisieren. Ich kenne sie von früheren Projekten (Etage) und wusste daher, dass ich in ihnen den richtigen Partner gefunden habe.

 

Gab es genaue Vorstellungen des Auftraggebers? Wie frei warst du bei Bench, und wie lange hast du daran gearbeitet?

Mit der Arbeit an der Sitzbank begannen wir vor etwas mehr als einem Jahr. Es war von Anfang an klar, dass es eine rote Sitzbank werden sollte. Das ist eine Herausforderung, denn Rot ist eine sehr starke Farbe. Nicht jedes Objekt kann Rot tragen.

 

Es fällt bei Deinen Arbeiten auf, dass Du bei einigen Projekten sowohl den Menschen und seine Bedürfnisse in den Vordergrund stellst (Eriz, Bench), als auch den künstlerischen Aspekt in den Fokus rückst, wie bei deinen Ausstellungsstücken (Les Belles). Wie passen diese Aspekte aus Deiner Sicht zusammen? Was kann gutes Produktdesign Deiner Meinung nach verändern? 

In meiner Arbeit gehören diese beiden Aspekte immer zusammen. Es ist mir wichtig Themen und Aufgaben ganzheitlich zu betrachten. Was bringt uns ein Produkt das nicht auf unsere Bedürfnisse eingeht? Und auch wenn Sitzhöhe und Sitzwinkel können passen, kann der Charakter der Bank trotzdem der Grund sein, weshalb wir uns bei der Benutzung nicht wohl fühlen. Dies war übrigens eine der größten Herausforderungen beim Entwurf der roten Bank, denn sie wird in jedem Fall aus dem grauen Stadtbild herausstechen und auch deren „Besitzer“ exponieren.

 

Zur Leipziger Buchmesse wird Moritz Schmid am Donnerstag, 13. März 2014, von 18–19 Uhr in der form Lounge zu Gast sein und seine Bench persönlich vorstellen.



















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