Drei Fragen an:
Karen Verschooren, Z33

z33.be


Z33 ist ein Ort für zeitgenössische Kunst und organsiert seit 2002 Projekte und Ausstellungen, die Besucher animieren sollen, alltägliche Dinge in einem neuen Licht zu sehen. Im Unterschied zu konventionellen Museen hat das Z33 keine eigene Sammlung, sondern lebt von seinem dynamischen Programm und mehrmals jährlich wechselnden Ausstellungen. Am 4. Oktober findet die Eröffnung der Ausstellung „Future Fictions“ statt, die bis 4. Januar 2015 im Z33 zu sehen sein wird. Die Ausstellung erforscht, inwieweit sich zeitgenössische Künstler, Designer und Architekten in ihren Arbeiten auf futuristisches Denken und Imagination beziehen. Das Ziel ist es auszuloten, wie mögliche Szenarien für die Zukunft – in Form von Visionen und Fiktionen – aussehen könnten.

Wir haben mit der Kuratorin der Ausstellung Karen Verschooren über ihre Arbeit, das Finden von neuen Thematiken und die Problematik gesprochen, zu wissen, was in der Zukunft wirklich relevant sein wird. 




1. Wie recherchiert das Team von Z33 um interessante Thematiken oder Künstler und Designer für neue Ausstellungen zu finden? – Wie ist die Ausstellung „Future Fictions“ im Speziellen entstanden?

 

Z33 verfolgt soziale Trends und wissenschaftliche und technologische Entwicklungen und schaut, welches Potential diese haben, sich auf unser Zusammenleben auszuwirken. Wir beobachten außerdem mittels detaillierten Analysen, relevanter Literatur etc., was in der Welt passiert. Parallel dazu beobachten wir auch, was zeitgenössische Künstler, Designer und Architekten bewegt. Für alle Ausstellungen streben wir eine gute Kombination unterschiedlicher Arbeiten an, die eine interessante und frische Perspektive zu einer bestimmten Thematik bieten, herausfordern und kritisch hinterfragen. Die Ausstellung „Future Fictions“ wurde speziell aus der Fragestellung heraus entwickelt, wie zeitgenössische Künstler, Designer und Architekten sich auf den Bereich von futuristischem Denken und Imagination beziehen. Die Ausstellung entstand aus der Identifizierung sich überschneidender Szenarien und dem Streben nach einer weiter gefassten Recherche zu den Phänomenen des futuristischen Denkens und der Imagination. Die Recherche basierte vor allem auf Fragen wie: Wer macht was, mit welchen Mitteln, was wird präsentiert, warum und mit welchem Effekt? Die Recherche hat letztendlich zu einer Suche – einem Bestreben – nach futuristischer Bildung geführt. 

 

2. Wie ist es möglich neue Ideen und Konzepte auszustellen, die möglicherweise in der Zukunft die Welt revolutionieren werden, bevor diese die Möglichkeit hatten, ihr Potenzial überhaupt zu entfalten?

 

„Future Fiction“ präsentiert keine endgültigen Entwürfe oder Pläne. Die Ausstellung zeigt keinen finalen Punkt, der es einem ermöglicht vorhergehende Schritte nachzuvollziehen, um zu diesem speziellen Lösungsansatz zu gelangen. Es sind keine Pläne involviert und es werden keine konkreten Lösungen zu heutigen Problematiken angeboten. Die Visionen haben eher das allgemeine Ziel, den Horizont zu erweitern: den Horizont von Werten, Ideen und Idealen. Es geht um das, was wünschenswert ist, und weniger um das, was tatsächlich möglich, wahrscheinlich oder plausibel ist. Es geht um Träume jenseits von Hoffnung und Angst. Die Visionen, die hier präsentiert werden, sind Fiktionen – und sollen es auch bleiben. Sie haben möglichweise das Potenzial, zu einer Veränderung der geistigen Einstellungen beizutragen. 




3. Welche besonderen Zielgruppen möchte die Ausstellung „Future Fictions“ ansprechen und auf welche Weise unterstützt die Ausstellung ihre Besucher, das Potential der verschiedenen Ausstellungsstücke zu verstehen und besser einzuordnen?

 

Neben der breiten Öffentlichkeit ist die Ausstellung wahrscheinlich besonders interessant für jeden, der ausdrücklich oder indirekt – mit größerem oder kleinerem Ausmaß – mit futuristischem Denken auf professionellem Niveau konfrontiert ist. Das betrifft Wissenschaftler, Philosophen, Unternehmer, Risikobewerter, Trendforscher, politische Entscheidungsträger, aber natürlich auch Futuristen, Zukunftsforscher, Zukunftsberater und strategische Planer. Jeder Besucher kann für sich selbst entscheiden, wie viel Unterstützung oder Begleitung er während seines Ausstellungsbesuches wünscht. Es befinden sich ausführliche Beschreibungen bei den jeweiligen Ausstellungsstücken, weitergehende Informationen können im sogenannten Mini-Katalog nachgeschlagen werden. Zudem gibt es das Futures Lab mit weiteren Recherche-Materialien zu den Werken in der Ausstellung, aber auch allgemeiner zu der Beziehung zwischen Kunst, Design, Architektur und dem Bereich der Zukunftsstudien. Die Webseite z33research.be liefert Interessierten noch weitere Hintergrundinformationen und Literaturverweise. Zudem gibt es die Option an einer Reihe von offenen Workshops oder Vorlesungen zu relevanten Themen teilzunehmen oder in den Dialog mit Künstlern zu treten, die an den Future Lab apero Sessions beteiligt waren. Nicht zuletzt können Interessierte an den Wochenenden an kostenfreien, geführten Mini-Touren teilnehmen, eine etwas ausführlichere Tour buchen oder sich für eine der Kiss the curator/artist-Expeditionen durch die Ausstellung anmelden. 
















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