Evelina Baniulytė

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Mit dreieinhalb Millionen Einwohnern ist Litauen das bevölkerungsreichste Land der drei baltischen Staaten, die alle im Zuge von Glasnost und Perestroika 1990 ihre Unabhängigkeit von der Sowjetunion erklärten. Seitdem hat sich Litauen zu einem modernen, europäischen Staat entwickelt, der Anfang Oktober 2015 bekannt gegeben hat, dass Design als wichtiger Innovationstreiber in die Strategie der nationalen Kulturpolitik aufgenommen wird. Mit unserem diesjährigen Länderschwerpunkt gehen wir nicht nur der bewegten Geschichte Litauens nach, sondern werfen auch einen Blick auf die aktuelle Designszene vor Ort und ihre Gestalter. Hier stellen wir Studios verschiedener Gestaltungsdisziplinen vor; 16 weitere finden Sie in form 264.




Arbeit: selbstständig

Alter: 25

Ausbildung: Vilnius Academy of Fine Arts

Arbeitsfelder: Grafikdesign, Illustration

Kunden: Kaunas University of Technology, Bildungssektor, private Unternehmen

Inspiration: Accademia Belle Arti Macerata (IT), National Art Gallery (LT), Triennale di Milano (IT), Museu del Disseny de Barcelona (ES), mich inspiriert aber mehr die Stimmung und Atmosphäre als ein bestimmter Ort.

 

 

Was ist Deiner Meinung nach das Besondere an Design in Litauen?

 

Ich glaube, das Besondere ist, dass sich das Design in Litauen sehr schnell entwickelt. Ich kann sehen, wie es große Schritte in Richtung des hohen Niveaus der internationalen Designszene nimmt. Litauisches Design hat vielleicht kein starkes Image, aber ich schätze vor allem, dass wir einige Künstler und Arbeiten haben, die herausstehen und dabei sehr mutig und inspirierend sind.

 

 

Was zeichnet Deinen Stil aus?

 

Ich würde meinen Stil als elegant und feminin beschreiben, etwas scheu und trotzdem anspruchsvoll. Ich sehe Grafikdesign nicht nur als die Gestaltung von Postern, Broschüren oder Magazinlayouts, sondern als etwas, das mehr ist: Wenn ich mich mit Farben beschäftige, arbeite ich als Maler, wenn es um Typografie geht sehe ich den Text als ein Gedicht, mit dem ich Gefühle vermitteln kann.

Neben meiner Arbeit als Grafikdesignerin male ich und fertige Modeillustrationen, das hilft mir, der traditionellen Kunst nahezubleiben und damit meinen Stil auch im Digitalen zu ergänzen.




Wie hat sich Deine visuelle Sprache entwickelt?

 

Ich muss zugeben, dass meine visuelle Sprache sich erst seit kurzem merklich verändert, sie befindet sich noch am Anfang. Dennoch bemerke ich eine Entwicklung darin, auch kleinen Details, sowohl künstlerisch als auch technisch, Aufmerksamkeit zu schenken und die richtige Technik für die Lösung eines Problems zu finden, damit am Ende der Kunde zufrieden ist.

 

 

Welche Philosophie steckt hinter Deiner Arbeit?

 

Ich möchte Grafikdesign eher als eine Form der Kunst darstellen und nicht als ein Marketingtool. Ich glaube, dass es wichtig ist bei Designprojekten, auf Qualität statt auf Quantität zu setzen. Das ist in unserer heutigen Konsumkultur nicht einfach.

 

 

Was wäre Dein Traumprojekt?

 

Ich liebe Kunstbücher. Das erste, was mir einfällt, wäre ein Projekt, bei dem Literatur oder Fotografie auf Grafikdesign trifft und alles zusammen ein tolles Buch ergibt, ein wertvolles Kunstwerk.

 

 

Woher stammen Deine Kunden?

 

Ich arbeite vor allem mit lokalen Kunden, die sich auf Mund-zu-Mund-Propaganda verlassen und mich aufgrund von Empfehlungen kontaktieren. Manchmal arbeite ich auch mit anderen Designern oder Architekten zusammen, was eine sehr schöne Erfahrung ist.

 

 

 ↗ Prim Prim, ↗ Atuko, ↗ Dominyka Barkauskaitė
















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Dossier
Litauen
Jahr
2016
Disziplin
Illustration, Grafikdesign
Ausgabe
form 264
Links
behance.net/evelinabaniulyte

Erfahren Sie mehr über litauische Designer in form 264. Die Ausgabe kann online über unseren Shop bestellt werden.

Text: Susanne Heinlein