Interview mit:
Corbin Mahieu

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Gent, die belgische Stadt mit der höchsten Dichte an denkmalgeschützten Gebäuden im Land, beherbergt aktuell etwa 250.000 Einwohner und 23 Museen. Die zweitgrößte Stadt in der Region Flandern erlangte im Mittelalter durch den Tuchhandel große Bekanntheit und bringt unter anderem durch die Royal Academy of Fine Arts (KASK) und die Luca School of Arts (LUCA) zahlreiche Gestalter in den Bereichen Mode, Innenarchitektur, Film und visuelle Kommunikation hervor. Wir haben vier grafisch orientierte Studios aus Gent nach ihren Einflüssen und Lieblingsplätzen in der Stadt gefragt. 




Gründungsjahr: 2014

Angestellte: 1

Ausbildung: Grafikdesign an der Luca School of Arts Gent

Arbeitsbereich: Editorial Design, Branding, Webdesign, Print

Kunden: S.M.A.K., CAMPO Arts Centre, Design Regio Kortrijk, Roots of minimal, Trendwolves

Kooperationspartner: Lennart Van den Bossche, Maxim Leurentop, Dries Deriemaeker, Timon Mattelaer

Orte der Inspiration in Gent: S.M.A.K. , Museum voor Schone Kunsten Gent (MSK), CAMPO Arts Centre, Huis van Alijn, RIOT gallery and bookshop, Nucleo art collective, Blanco bike shop , 019 location, Dok area, Watt shop and bar, Gouvernement cultural platform, Bourgoyen-Ossemeersen natural reserve, many old bars in the centre of the city (Hotsy Totsy, Spijker, Hot Club de Gand etc.)

Kreative Einflüsse: Meines Erachtens nach übt alles Einfluss auf einen Gestalter aus. Ein ruhiger Spaziergang durch die Stadt ist unmöglich, ohne grafische Spuren im Straßenbild zu betrachten. Das Lesen von Büchern wird immer selektiver und selbst die Farbe Weiß hat plötzlich viele Facetten. Aber definitiv hat auch das Leben in einer Stadt wie Gent großen Einfluss auf mich.

 

 

Gibt es ein ideales Projekt für Dich?

 

Das ideale Projekt ist für mich eines, das fast ohne Kompromisse in der Gestaltung auskommt. Eigentlich besitzt jedes Projekt grafisches Potential. Ich denke allerdings, dass es viel schwieriger ist, einen idealen Kunden zu finden, anstelle eines idealen Projektes. Ich bin ständig auf der Suche nach unvoreingenommenen Kunden, die meine Ansichten zu gestalterischen Ideen teilen. Deshalb würde ich gerne mit jemandem zusammenarbeiten, der die gleichen Ambitionen hat wie ich.

 

 

Was ist das Besondere an der Gestaltungsszene in Gent?

 

Gent bezieht eine sehr starke Position in der Grafikszene in Belgien, da es ungewöhnlich ist, gleich zwei so beeindruckende Gestaltungshochschulen in einer so kleinen Stadt zu haben. Der positive Wettbewerb zwischen der Luca Schools of Arts und der KASK ermöglicht einen sehr hohen Qualitätsstandard an studentischen Arbeiten.

 

 

Wie würdest du Deine Arbeitsweise und Deinen Stil beschreiben?

 

Ich habe schon immer gedacht, dass Grafikdesign als Berufsfeld eine wichtige Rolle in unserer Gesellschaft einnimmt und deshalb ernst genommen werden sollte. Allerdings sollte man während des Designprozesses den Spaß am Spiel mit der eigenen Idee und vor allem dem Spiel mit den Formen selbst nicht vernachlässigen. Seit Kurzem greife ich mit großer Freude auch wieder stärker auf Grundlagen zurück, auf minimalistisches Arbeiten in Bezug auf Formgebung und Farbe.

 

 

Wie hat sich Deine visuelle Sprache entwickelt?

 

Der Großteil meiner grafischen Sprache hat sich in meinen frühen Studienjahren entwickelt. Nach der Studienzeit begann ich mit meinen ehemaligen Dozenten Jan und Randoald zusammen zu arbeiten. Ein paar Jahre nach meinem Abschluss machte ich ein Praktikum bei der Zak Group in London, aktuell bin ich selbstständig. All diese Meilensteine haben einen großen Einfluss auf meine visuelle Sprache genommen. Speziell im letzten Jahr habe ich versucht meinen Gestaltungsprozess verstärkt in Richtung einer „ehrlichen Einfachheit“ auszurichten. Je länger ich diese Methodik anwende, desto zufriedener bin ich auch mit den Resultaten. Als Student ist es natürlich entscheidend, alles einmal ausprobiert zu haben, fast jede Schrift, fast jede Farbe und verschiedene Designmethoden. Nach dem Abschluss ist es jedoch wichtig sich eine eigene Methode zu erarbeiten, ohne dabei die eigene Experimentierfreude zu verlieren.

 

 

TOYKYO, ↗ Studio Studio, ↗ Glossy.tv

 



















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Dossier
Gent, Typografie
Jahr
2016
Disziplin
Grafikdesign, Editorial Design, Kommunikationsdesign, Corporate Design, Webdesign
Ausgabe
form 265
Links
corbinmahieu.be

Erfahren Sie mehr über Grafikdesign aus Gent in form 265. Die Ausgabe kann online über unseren Shop bestellt werden.

Text: Carolin Blöink