20. Dezember 2016

Dossiers

Interview mit Otto van de Steene und Thomas Weyn: Onak

Text: Johanna Christner

Bei der asiatischen Papierfaltkunst Origami entstehen durch Falten eines meist quadratischen Blatt Papiers zwei- oder dreidimensionale Objekte wie Tiere oder geometrische Körper. Der japanischen Senbazuru-Legende zufolge wird demjenigen, der 1.000 Origami-Kraniche faltet, ein Wunsch erfüllt. Der Origami-Kranich entwickelte sich so zu einem beliebten Geschenk bei feierlichen Anlässen wie Hochzeiten oder Geburten. Nachdem Origami im Zuge von Opfergaben an Götter zunächst vor allem zeremoniellen Riten vorbehalten war, entwickelte sich das Falten von Papier vom Brauchtum hin zu einer Kunstform, deren Ästhetik und Funktion sich auch die Gestaltung bedient.

 

Kanufahren und das Leben in der Stadt – zwei Dinge, die normalerweise nicht so leicht miteinander zu verbinden sind. Die Designer Otto van de Steene und Thomas Weyn wollten ihre Abenteuerlust dennoch nicht vernachlässigen und entwickelten Onak. Wir haben mit dem Gestalterduo über ihre Idee und den Designprozess gesprochen.



 

Wie kam es zu der besonderen Origami-Form?

 

Es fing damit an, dass wir auf der Suche nach einem leicht zu transportierenden Kanu waren, jedoch nicht fündig wurden. Inspiriert von bereits existierenden, auf dem Origami-Prinzip basierenden Booten und Kajaks setzten wir uns daher daran, ein Origami-Kanu zu entwerfen.

 

 

Wodurch genau wird die Konstruktion so widerstandsfähig?

 

Bei den Versuchen mit gängigen Materialien mussten wir feststellen, dass sie nicht die erforderliche Steifigkeit und Haltbarkeit besitzen. Ausgehend von dieser Erkenntnis entwickelten wir daher unser eigenes Material, das auf gedehntem Polypropylen basiert. Das Endergebnis ist erosionsresistent und 15-mal robuster.

 

 

 

Wie umfangreich waren die Qualitätstests?

 

Wir sind mit Onak durch ganz Europa gepaddelt, sowohl durch Städte als auch durch wilde Naturlandschaften. Außerdem haben wir das Produkt starken Windeinflüssen ausgesetzt, ließen es unzählige Male gegen steinige Ufer prallen und fuhren damit sogar durch dünnes Eis.

 

 

Was sind die Vorteile der Nutzung eures Materials Honeycomb-Curv?

 

Neben der Tatsache, dass das Material sehr widerstandsfähig und komplett recycelbar ist, erlaubt es uns, das Kanu in nur einem Stück herzustellen. Die Luftzellen in Honeycomb-Curv sorgen für zusätzlichen Auftrieb und sind der Grund dafür, dass die Konstruktion selbst beim Eintritt von Wasser an der Oberfläche bleibt.

 

 

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