Israelisches Design.
Eliran Nargassi

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In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.


 

Eliran Nargassi, ein junger Modedesigner aus Tel Aviv, gründete erst 2013 seine eigene Marke mit dem Ziel, an der Wiederbelebung der Männermode in Israel mitzuwirken. Seine Kollektionen zeichnen sich besonders durch Kontraste aus – sind aber gleichzeitig tragbar und transportieren ein sehr persönliches Statement des Designers. 




Studio: Eliran Nargassi

Webseite: elirannargassi.com

Gründungsjahr: 2013

Mitarbeiter: 2

Arbeitsbereiche: Herrenmode

Kunden: Mode- und Textilindustrie

 

 

Was ist Deiner Meinung nach besonders an Design in Israel?

 

Meiner Meinung nach ist israelisches Design einzigartig und besonders, weil es durch viele verschiedene Kulturen, Traditionen und Gemeinschaften beeinflusst wird, die alle in Israel zu finden sind.

 

 

Wie würdest Du Deine Arbeiten beziehungsweise Deinen Stil beschreiben?

 

Meine Arbeit ist vor allem durch die Kombination von kommerziellem und konzeptionellem Design geprägt. Meine Entwürfe zeichnen sich durch Minimalismus, Ästhetik und Einfachheit aus, sind aber gleichzeitig auch detailverliebt, sowohl in der Silhouette als auch im Schnitt. Die Verwendung von monochromen Farben und originellen Prints spielt zusätzlich eine wichtige Rolle.




Welche Rolle spielen kulturelle Einflüsse im Modedesign allgemein und speziell in Deinen Entwürfen?

 

Ich glaube nicht, dass es eine israelische Kultur gibt. Israel ist ein sehr junges Land und die Leute, die hier leben, kamen aus aller Welt und brachten ihre eigenen Kulturen und Traditionen mit, sodass die echte israelische Kultur noch gar nicht existiert. Wenn man sich das israelische Design anschaut, findet man besonders viele Einflüsse aus Europa, der arabischen Welt, der ehemaligen UdSSR, Südamerika und Nordafrika – all diese Kulturen sind in einer Kultur vereint, die in Zukunft als israelische Kultur bezeichnet werden wird.

Auf eine gewisse Art und Weise ist meine Arbeit durch die jüdische Kultur beeinflusst. Ich bin in einer gläubigen Familie aufgewachsen und ziehe viel Inspiration aus der jüdischen Tradition. Meine Frühling/Sommer-Kollektion  2014 hat sich beispielsweise mit den Unterschieden zwischen den beiden Städten Jerusalem und Tel Aviv auseinandergesetzt – die eine Stadt vorwiegend religiös, die andere ganz und gar weltlich.

 

 

Wo findest Du die Inspiration für Deine Arbeit?

 

Ich ziehe meine Inspiration hauptsächlich aus mir selbst: aus meiner Vergangenheit, der Spannung zwischen Religion und Weltlichkeit oder der Interpretation der Geschlechter.

Natürlich bin ich auch durch die Umgebung, in der ich lebe, meine Interessen und Fantasien beeinflusst. Ich liebe es, eigene Einflüsse in Form von Kontrasten wie Schwarz und Weiß, Linien und minimalistische Formen in meine Arbeit zu integrieren.

 

 

Was ist der Grund für Deinen sehr reduzierten Umgang mit Farben in Deinen Kollektionen?

 

Ich liebe es Unterschiede und die Vermischung von Kontrasten aufzuzeigen. Mit der Verwendung einer begrenzten Farbpalette kann ich meine Inspiration am besten in meinen Designs umsetzen.




Hat die Verwendung von Schwarz und Weiß einen persönlichen oder kulturellen Hintergrund?

 

Definitiv persönlich. Die Verwendung von Schwarz und Weiß ist meine Art und Weise nach meiner Identität zu suchen, die größtenteils auf Kontrasten basiert. Es hilft mir alle möglichen Grenzen und Kanten meiner Persönlichkeit und meiner Interessen auszutesten. Normalerweise vergleiche ich Schwarz und Weiß mit Adjektiven wie transparent und verschlossen oder sanft und stark.

 

 

Planst Du auch Kollektionen für Frauen und Kinder in der Zukunft?

 

Ich denke, dass ich in Zukunft auch Entwürfe für Frauen machen werde. Ich habe festgestellt, dass Frauen sehr an meiner Ästhetik interessiert sind und Teile meiner Männerkollektionen oftmals für sich selbst kaufen.


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Dossier
Israel
Jahr
2015
Disziplin
Modedesign
Ausgabe
form Nº 259 (hidden)
Links
elirannargassi.com

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Text: Jessica Sicking, Susanne Heinlein