Israelisches Design.
Naama Hofman

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In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.


 

Naama Hofman entwirft Lichtobjekte, die auf den ersten Blick flach, kantig und sogar zweidimensional erscheinen. Bei ihren Entwürfen experimentiert sie mit der Produktkategorie an sich und möchte Menschen dazu inspirieren, über Formen und das Erlebnis von Licht im Allgemeinen nachzudenken – womit sie auch die manchmal gegensätzlichen Bereiche von Kunst und Design zu verbinden sucht.




Studio: Naama Hofman Light Objects

Webseite: naamahofman.com

Gründungsjahr: 2010

Mitarbeiter: 1

Arbeitsbereiche: Licht- und Objektdesign

Kunden: Architekten, Innenarchitekten und Shops

 

 

Wie würdest Du Deine Arbeiten beziehungsweise Deinen Stil beschreiben?

 

Meine Arbeiten erscheinen auf den ersten Blick flach, kantig und zweidimensional, fast schon wie Linien im Raum. Die Lichtquelle und die Art der Beleuchtung geben immer das Objekt und das Material vor. Für die meisten meiner Lichtobjekte verwende ich LED-Streifen, deren lange und schmale Eigenschaft es mir ermöglicht, reduzierte Lichtröhren zu entwerfen und Objekte zu kreieren, die Licht geben, dabei aber nur aus den nötigsten funktionalen Teilen bestehen.

 

 

Wie kombinierst Du Kunst und Design in Deiner Arbeit?

 

Jedes Objekt, das ich in meinem Studio entwickle, durchläuft einen langen Denk- und Entwicklungsprozess. Es dauert Monate, ein neues Objekt zu entwickeln und dann noch einmal genau so lange, um es auszuarbeiten. Ich glaube, während meines Denkprozesses ist meine Arbeit näher an der Kunst als am Design. Zuerst denke ich über Licht und seine Eigenschaften nach, dann „kleide“ ich es in ein Material. Zu diesem Zeitpunkt denke ich nicht über Produktionsprozesse oder den Verbraucher nach. Wenn ein Objekt fertiggestellt ist, kann das Resultat durchaus ungewöhnlich aussehen oder seltsam in der Anwendung sein, hat aber immer zum Ziel, zum Nachdenken über das Licht an sich und die Definition des Begriffs „Leuchte“ anzuregen. Ich glaube, dass viele Leute nur sagen, dass es Kunst ist, da sie es nicht als Leuchte erfahren, aber genau das ist es.




Welche Rolle spielen kulturelle Einflüsse im Lichtdesign und speziell in Deinen Entwürfen?

 

Ich glaube, dass Materialentwicklungen und neue Lichttechnologien uns helfen, effiziente und kreativere Objekte zu entwerfen. Die Optionen werden unglaublich vielfältig – von der Art des Leuchtmittels bis zu den Materialien, die es umgeben. Es ist eine echte Herausforderung, alle Möglichkeiten zu kennen und zu wissen, wie man sie einsetzt. Meine Arbeit ist vor allem durch die technologischen Entwicklungen im LED-Bereich beeinflusst: Meine neueste Arbeit 010 basiert auf der neuen O-LED-Technologie. Indem ich die O-LED-Lichtzellen anders, als ursprünglich vom Hersteller gedacht, einsetze, gelingt es mir, mit meinem Lichtobjekt neue Farben und Schattierungen zu kreieren.

Ich lasse mich zudem durch Mode, Kunst, Straßenbeleuchtung und Schatten inspirieren und natürlich durch all die Dinge, die ich auf Instagram sehe. Ich versuche immer zu wissen, was gerade wichtig ist, was der Zeitgeist ist – und gehe dann bewusst in die andere Richtung mit meinen Arbeiten. Wenn wir die Lichtobjekte fotografiert, versuchen wir auch immer die Zeit und den Ort festzuhalten, und gleichzeitig mit unserer Art-Direktion Relevanz zu schaffen.

 

 

Wie wichtig sind Dir Aspekte wie eine lokale Produktion?

 

Mein Studio arbeitet mit den besten Handwerkern in Tel Aviv-Jaffa zusammen. Innerhalb des Produktionsprozesses stellt jeder Handwerker ein bestimmtes Teil her und alles wird später im Studio in Jaffa zusammengebaut. Es ist nicht leicht, gute Handwerker zu finden, aber wenn man sie einmal gefunden hat, bleibt man ihnen treu.

Die Zusammenarbeit mit anderen Profis erlaubt mir, einen guten Einblick in ihre Arbeiten und Fähigkeiten zu entwickeln, so kann man sich gegenseitig besser aufeinander abstimmen. Unsere Beziehungen bilden sich über einen längeren Zeitraum und das hilft uns, Produkte besser und schneller zu realisieren. Für mich ist es sehr wichtig, mit diesen Produzenten zusammenzuarbeiten – tatsächlich lebe ich sogar im Herzen des Industriegebiets im Süden von Tel Aviv, sodass ich nur zehn Minuten mit dem Fahrrad von einem Produzenten zum anderen benötige und manchmal alle an nur einem Tag besuchen kann.


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Nº 273
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Dossier
Israel
Jahr
2015
Disziplin
Lichtdesign
Ausgabe
form Nº 259 (hidden)
Links
naamahofman.com

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Text: Jessica Sicking, Susanne Heinlein