Israelisches Design.
Noa Raviv

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In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.


 

Noa Raviv hat gerade erst ihr Studium am Shenkar College of Engineering, Design and Art absolviert und bereits mehrere Auszeichnungen für die Kollektion ihrer Abschlussarbeit gewonnen. Sie untersucht die Freiheit der israelischen Tradition mittels der Verwendung von innovativen Technologien und dem Versuch, sich weiter vorzuwagen, als es eigentlich möglich scheint.




Studio: Noa Raviv

Webseite: noaraviv.com

Gründungsjahr: 2014

Mitarbeiter: 1

Arbeitsbereiche: Modedesign, 3D-Druck

Kunden: Eigenvertrieb, internationale Boutiquen

 

 

Was ist Deiner Meinung nach besonders an Design in Israel?

 

Da Israel noch ein relativ junges Land ist, haben Designer hier nicht wie in Paris oder London die Möglichkeit, auf eine lange Tradition zurückzugreifen. Auf eine gewisse Art und Weise ist das vorteilhaft, denn es erzeugt viel Raum für Innovationen und neue Ideen. Wenn es keine Traditionen gibt, gibt es auch kein falsch oder richtig. Das ist der Grund, warum meiner Meinung nach Designer in Israel sehr verschieden sind, da jeder von ihnen durch ein anderes Land, eine andere Kultur oder Religion in oder außerhalb von Israel beeinflusst werden kann.

 

 

Wie würdest Du Deine Arbeit beziehungsweise Deinen Stil beschreiben?

 

Ich bin von der Spannung zwischen Harmonie und Chaos, Tradition und Innovation fasziniert – und versuche einfühlsam die perfekte Balance zu finden. Ich beobachte gerne und bin immer auf der Suche nach Einzigartigkeit und Schönheit im Banalen und Gewöhnlichen.




Deine Arbeit ist vor allem konzeptionell. Wie sieht dieser konzeptionelle Ansatz genau aus? Planst du in Zukunft Kollektionen, die alltagstauglich sind?

 

Ich glaube, dass eine starke und tief gehende Recherche einer der wichtigsten Aspekte für die Entwicklung eines guten Produkts ist. Neben der Recherche entwickle ich Textilien und suche nach neuen Materialien. Für die Zukunft plane ich definitiv auch Kollektionen für den Alltag.

 

 

Wie machst Du Dir neue Technologien wie 3D-Druck oder 3D-Software zu Nutze?

 

Ich habe absichtlich defekte digitale Bilder mittels 3D-Software erzeugt: deformierte Objekte, die durch das fehlerhafte Ausführen eines Befehls in der Software entstanden sind. Diese Objekte können nicht gedruckt oder produziert werden. Sie existieren nur im virtuellen Raum. Die Spannung zwischen der realen und der virtuellen Welt, zwischen 2D und 3D hat mich auch zur Kreation der Hard Copy-Kollektion inspiriert. Ich habe die meisten Textilien für meine Kollektion selbst entworfen, die 3D-Teile wurden mithilfe des 3D-Druckers Objet 500 Connex 3 Multi-Material von Stratasys produziert.

 

 

Aus welchem Grund interessieren Dich besonders diese neuen Technologien und welchen Mehrwert haben Sie für Deine Arbeit?

 

Der 3D-Druck ermöglicht es Designern, sich Muster vorzustellen und in die Realität umzusetzen, die sonst nicht denkbar wären. Es ist ein einzigartiges Werkzeug für Designer. 


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Nº 273
Designing Protest

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Dossier
Israel
Jahr
2015
Disziplin
Modedesign
Ausgabe
form Nº 259 (hidden)
Links
noaraviv.com

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Text: Jessica Sicking, Susanne Heinlein