Julinka Ebhardt, Francesco Tacchini, Will Yates-Johnson: Space Replay

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Royal College of Art London, 2014

open-output.org/jubasign


Der 120 Gramm schwere, finale Prototyp des Projekts „Space Replay“ besteht aus einem mit Helium gefüllten Luftballon, der in seinem Inneren einen batteriebetriebenen Arduino in Verbindung mit einem Adafruit Wave Shield trägt, das konstant die Umgebungsgeräusche aufnimmt und wiedergibt. Während seines Flugs erkundet und manipuliert er die Geräuschkulisse in öffentlichen Durchgangsräumen durch die Wiedergabe eines „verzögerten Echos menschlicher Aktivitäten“.




„Ein großer schwarzer Ballon schwebt durch den Raum und wiederholt zeitverzögert Umgebungsgeräusche von einem vorigen Ort. So überträgt er einen Raum in den anderen. Das ist seltsam, man kann das Objekt nicht einordnen. Es nimmt Platz weg, es stört – gleichzeitig schwebt ein Zeit-Raum-Gefäß an einem vorbei. Diese Form von Irritation ist ein sehr reizvoller gedanklicher und ästhetischer Spannungsraum.“ Kora Kimpel

 

Wir haben dem Team drei Fragen gestellt:

 

1. In welche Beziehung setzt ihr Raum, Mensch, Gegenwart und Vergangenheit in eurem Projekt?

 

Unser Ziel war es, die Aufmerksamkeit der Menschen auf ihre akustische Umgebung und die temporäre Art und Weise, in der wir den öffentlichen Raum durchqueren, zu lenken. Das verzögerte Echo ist bewusst kurz gehalten, um die Vergänglichkeit zu betonen. Indem wir einen Moment der Überraschung und der Faszination an diesen Orten kreieren, möchten wir Austausch und Interaktion zwischen den Passanten hervorrufen. Zudem hoffen wir auch, durch das Gerät, das die von Menschen verursachten Geräusche aufzeichnet, Fragen zu der bedrohlichen, allgegenwärtigen Überwachung in unserem urbanen Umfeld aufzuwerfen.

 

2. Hat der schwarze, umhergeisternde Ballon für euch auch eine symbolische Bedeutung?

 

Das Objekt ist gleichzeitig ein passives, automatisches Aufnahmegerät und ein aktiver Raumerforscher, der durch die leichtesten Windströmungen getragen wird. Der Ballon selbst soll ein mystischer, undefinierbarer, schwebender Gegenstand sein. Der Gedanke, dass das Objekt eine Art Bewusstsein hat, wurde von uns bedacht und findet sich in der Tatsache wieder, dass „Space Replay“ sich auf Kopfhöhe bewegt und damit die Präsenz eines gewissermaßen menschlichen Daseins suggeriert.

 

3. Wo lagen die größten technischen Herausforderungen?

 

Nachdem wir uns für unser Projekt ein großes, schwebendes Objekt vorstellten, war die größte Herausforderung ein Traggas zu finden, das die Kugel zusammen mit ihren elektronischen Bauteilen scheinbar fliegen lässt. Ein batteriebetriebener Arduino, ein gehacktes Wave Shield, ein Lautsprecher und ein Mikrophon mussten zusammen leicht genug sein, um angehoben zu werden. Die Einzelteile wurden dann in einen Plastikkegel vakuumgeformt, um den erzeugten Sound zu verbessern und den Ballon vor Drähten und scharfen Kanten zu schützen. Der finale Entwurf wog ungefähr 110 Gramm, was für uns ein großer Erfolg war.

 

Space Replay from RCA IED on Vimeo.



















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