13. November 2013

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Karl Dittert. Ein Nachruf

Er war Produktdesigner, Lehrer, Professor und Gründungsrektor der heutigen Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und engagierte sich sein Leben lang stark für die Verankerung des Industriedesigns in Gesellschaft und Wirtschaft. Nun ist Karl Dittert am 30. Oktober 2013 im Alter von 98 Jahren gestorben.



 

Karl Dittert (*16. August 1915) wuchs bereits in einem kreativen Umfeld auf: Sein Vater war Bau- und Möbelschreiner, seine Mutter Goldschmiedin. Er absolvierte eine Ausbildung zum Stahlgraveur und Silberschmied und arbeitete in einer Entwurfsabteilung als Zeichner. Während des Krieges leistete Dittert zwar Wehr- und Kriegsdienst, konnte allerdings aufgrund einer Verwundung an der heutigen UdK Berlin studieren.

Nach dem Krieg lernte er im Landesgewerbeamt (LGA) in Stuttgart den Designer Wilhelm Wagenfeld kennen. Auf seinen Rat hin studierte er an der „Staatlich Höheren Fachschule für die Edelmetallindustrie“ (heute Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd) in der Meisterklasse von Professor Hans Warnecke, dessen Nachfolger er 1949 werden sollte. Kurz nach seiner Meisterprüfung erhielt Dittert den Lehrauftrag für „Zeichnen und Darstellen für Schmuck und Gerät“.

Später kamen weitere Fächer hinzu. Dittert engagierte sich allerdings besonders für die Verankerung des Industriedesign in Gesellschaft und Wirtschaft. Seine „Klasse für Industrielle Formgebung“ wurde zur Keimzelle des Studiengangs „Industrie-Design“. Außerdem gründete er 1959 mit Theo Baumann, Herbert Hirche, Günter Kupetz, Peter Raacke, Rainer Schütze, Hans Erich Slany und Arno Votteler den „Verband Deutscher Industrie-Designer“ (VDID), der den Beruf des Industriedesigners etablieren und (junge) Gestalter beraten soll. Im Mai 1960 trat der Aufnahmeausschuss des VDID zum ersten Mal zusammen. In der 10. Ausgabe der form wurde über diese erste Sitzung, die „von grundsätzlicher Bedeutung für den Verband und seine[r] Ziele“ war, berichtet.

In insgesamt dreißig Jahren etablierte und unterrichtete er die Disziplin (Industrie-)Design in Schwäbisch Gmünd. Die einstige Fachschule wurde unter seiner Leitung zur Fachhochschule.

Parallel war Dittert freiberuflich für die Industrie tätig und gründete 1950 ein Gestaltungsbüro. Seine Aufträge umfassten Prospekt-, Verpackungs- und Messestandgestaltung. Er arbeitete für Silber- und Metallwarenfabriken wie WMF Württembergische Metallwarenfabrik AG oder Peter Bruckmann & Söhne. Ende der 1960er-Jahre konzentrierte er sich auf die Schwerpunkte Küchen- und Büroarbeitsplatz: Er entwickelte u.a. das A.C.M.-Arbeits-Centrum, das „für die Einführung, Weiterleitung und Anzapfbarkeit von Stromleitungen, Koaxialkabel und sonstige Computerleistungen gegenüber üblichen Gegebenheiten einen hohen Standard“ bietet – wie es 1983 in Ausgabe 101 der form vorgestellt wurde.

Erst als Achtzigjähriger stellte Dittert keine neuen Mitarbeiter mehr ein, er selbst arbeitete noch mit 90 Jahren. Am 30. Oktober 2013 verstarb er nun im Alter von 98 Jahren. Die Trauerfeier findet am Freitag, 15. November 2013, um 11Uhr auf dem Dreifaltigkeitsfriedhof in Schwäbisch Gmünd statt. Damit kehrt er in die Stadt zurück, in der er jahrelang als prägender Lehrer an der HfG tätig war.

 

(Portraitfoto: vdid.de)

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