Kinofotografien.
Yves Marchand und Romain Meffre

Deutsches Filmmuseum, Frankfurt

– 31. Mai 2015

deutsches-filminstitut.de


Das Kino war seit seiner Entstehung vor fast 120 Jahren ein Ort der Sehnsucht. Die Ausstellung „Filmtheater“, die noch bis zum 31. Mai 2015 im Deutschen Filmmuseum in Frankfurt zu sehen ist, zeigt erstmals in einer Einzelschau die Fotografien von Yves Marchand und Romain Meffre.




Die Arbeit der Pariser Fotografen ist seit jeher geprägt durch ihre Faszination für Ruinen: Als fotografische Archäologen begeben sie sich seit 2001 auf Spurensuche in den Ruinen der modernen Industriegesellschaft. In ihrer Serie „Theater“ erforschen sie seit 2005 mit Hilfe einer großformatigen Kamera alte US-Kinopaläste – stets zu zweit, aber mit nur einer Kamera. So wollen sie vor allem die „Psychologie einer Ära“ einfangen, denn die architektonischen Überreste sind für sie mehr als nur leerstehende Gebäude, sondern vielmehr ein Sinnbild der „gesellschaftlichen Entwicklung der USA“. Sie stehen für die „komplexe Beziehung zwischen Kunst, Geschichte, Wirtschaft und Moderne und verdeutlichen den Wandel hin zu Massenproduktion und Globalisierung“.

 

Bereits 30 Jahre nach der Erfindung des Kinos in den 1920er-Jahren stiegen die Besucherzahlen auf 90 Millionen in der Woche an und das bei einer Bevölkerungszahl von nur 123 Millionen Menschen. Es waren die Jahre, in denen die zunehmende Industrialisierung auch dafür sorgte, dass die große Masse der US-Amerikaner plötzlich über so etwas wie Freizeit verfügte. Darauf reagierte die Filmindustrie mit dem Bau von Kinos und so entstanden zahllose Paläste, die den Menschen die Erfüllungen ihrer Träume und Sehnsüchte versprachen. Erst nach einem weiteren Boom nach dem Zweiten Weltkrieg sanken die Besucherzahlen mit der Erfindung des Fernsehens wieder maßgeblich. In den 1960er-Jahren folgte dann ein endgültiges und großes Kinosterben und die vielen Filmpaläste standen auf einmal leer: Einige verfielen, andere wurden umgenutzt als Fitnessstudio, Supermarkt oder Busgarage.

 

Die aktuelle Ausstellung „Filmtheater“ zeigt nun 30 ausgewählte Aufnahmen der Theater-Serie, die gleichzeitig den Schwerpunkt der Ausstellung bilden. Viele der gezeigten Fotografien entfalten erst auf den zweiten oder sogar dritten Blick ihre Wirkung, denn der Verfall ist nicht immer sofort sichtbar. Die Erhabenheit der Räume und ihr einstiger Glanz sind jedoch auch nach vielen Jahrzehnten immer noch sichtbar. Neben der Ausstellung lädt ein Kino im Ausstellungsraum ein, sich mehr mit der deutschen Kinogeschichte auseinanderzusetzen.



















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