Körper im Zeitalter digitaler Technologien

Frankfurter Kunstverein

– 10. Januar 2016

fkv.de

 


Als Beitrag zur B3 Biennale des bewegten Bildes präsentiert der Frankfurter Kunstverein die Ausstellung „Körper – Ich: Körper im Zeitalter digitaler Technologien“, die in vier künstlerischen Arbeiten den Einfluss von Technik auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Persönlichkeit thematisiert.




Die vier Künstler Yuri Ancarani, Kate Cooper, Melanie Gilligan und Thomas Thwaites untersuchen die digitale Durchdringung unseres Lebens auf unterschiedliche Weise: Melanie Gilligan entwirft in ihrer Videoinstallation „The Common Sense“ eine Zukunftsvision, in der eine Technologie namens Patch es erlaubt, die Gefühle anderer zu empfinden, wodurch das Individuum auf der einen Seite Teil eines harmonischen Kollektivs wird, es andererseits einer permanenten Kontrolle und Überwachung ausgesetzt ist. Im Gegensatz dazu hat der spekulative Designer Thomas Thwaites in seinem Projekt „I, Goat“ analoge Mittel gewählt, um die Grenzen seines menschlichen Daseins zu überwinden und für ein paar Tage das Leben einer Ziege zu führen. Eine in einem aufwendigen Prozess entstandene, feinmechanische Konstruktion lässt ihn dabei die Haltung einer Ziege einnehmen. So nutzt er Technik, um sich der Natur wieder anzunähern und kritisiert auf radikale Weise das Streben nach mehr Leistungsfähigkeit durch neue Technologien. Dem digitalen Medium selbst bedient sich Kate Cooper in ihrer Arbeit „Rigged“, die aus einem Video und zwei Wandbildern besteht. Computergenerierte Bilder und Animationen von hyperrealistischen und dem aktuellen Schönheitsideal entsprechenden weiblichen Figuren fragen hierbei nach real existierender Körperlichkeit, die sich in digitaler Perfektionierung aufzulösen droht. Den Dualismus zwischen Mensch und Maschine versucht Yuri Ancarani hingegen in seinem Film „Da Vinci“ aufzuheben, indem er die Symbiose zwischen Chirurg und dem Operationsroboter „Da Vinci“ während einer Operation dokumentarisch festhält.

 

Die Ausstellung ist täglich außer montags geöffnet bei einem Eintritt von regulär acht, ermäßigt sechs Euro.


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