Lesetipps.
Empfohlen von
Anja Neidhardt, form

Für alle, die zwischen den Jahren noch nichts vorhaben oder nach Inspiration suchen, haben wir zusammen mit Designern und Autoren, die an den Ausgaben des Jahres 2014 mitgewirkt haben, Empfehlungen zusammengestellt.




Sei es durch meine Arbeit für form, mein Master-Studium an der Design Academy Eindhoven oder durch Freunde – in den vergangenen Wochen kamen Lesetipps aus allen möglichen Richtungen. Ich habe nun das Ende des Jahres zum Anlass genommen, mir eine neue Leseliste zusammenzustellen, die ich mit ins Neue Jahr nehme. Auf dieser Liste stehen folgende Titel:

 

 

Richard Sennett: The Craftsman

In „The Craftsman“ geht Richard Sennett der Frage nach, warum Menschen hart arbeiten und stolz sind auf das, was sie tun. Sennett beschreibt unter anderem wie die mittelalterlichen Werkstätten der Goldschmiede und der Musikinstrumentenbauern aussahen und wie in ihnen gelehrt, gearbeitet und gelebt wurde. Er versucht herauszufinden, wie sich eine Fähigkeit entwickelt und wie Praxis und Theorie beim Erlernen einer solchen ineinander greifen. Außerdem erklärt er, warum er der Motivation eine größere Bedeutung zuweist als dem Talent.

 

 

Riposte, Issue #3

Seit ich Anfang des Jahres einen Vortrag von Riposte-Gründerin Danielle Pender auf der #qved 2014. Editorial Design Conference in München gesehen habe, bin ich Fan des Magazins. Anders als viele „Frauenmagazine“ beschränkt sich Riposte in seinen Themen nicht auf Mode, Schönheit und Stars. Und führt ganz bewusst den Schriftzug „A Smart Magazine for Women“ auf dem Cover. Im November erschien Ausgabe Nummer drei, die ich jetzt über die Feiertage lese. Neben Alyssa Carson, die eine Ausbildung zur Astronautin absolviert, stellt das Magazin auch Marije Vogelzang, die sich selbst als „eating designer“ beschreibt, vor. Außerdem hat das Team mit den Texterinnen der Simpsons, der Musikerin Samantha Urbani und vielen weiteren Frauen gesprochen. Auf dem (Back)Cover ist dieses Mal Stylistin Anna Trevelyan.

 

 

Georges Perec: Life – A User’s Manual

Der französische Schriftsteller und Filmemacher Georges Perec hat mit seiner Publikation „Life – A User’s Manual“ (Original: „La Vie mode d’emploi“) in den 1970er-Jahren einen Mikrokosmos geschaffen: Die Handlung spielt in einem Pariser Wohnblock; von Kapitel zu Kapitel bewegt sich der Leser durch das Gebäude, besucht die Bewohner in ihrem Zuhause und lernt ihre Geschichten kennen.

 

 

Orhan Pamuk: The Museum of Innocence

Orhan Pamuk erzählt in „The Museum of Innocence“ die Geschichte der (unglücklichen) Liebe zwischen Kemal und Füsun. Kemal sammelt heimlich Füsuns persönliche Gegenstände, und entscheidet sich nach ihrem Tod ein Museum an jenem Ort zu eröffnen, an dem sie und ihre Familie früher gelebt haben. Hier kommen Fiktion und Wirklichkeit zusammen: Kemal bietet dem Schriftsteller Orhan Pamuk an, einen Katalog für das Museum zu schreiben, und Pamuk schreibt das Buch. Außerdem kann das Museum in Istanbul wirklich besucht werden: Es wurde im Jahr 2012 (vier Jahre nach Erscheinen des Buchs, in dem sich übrigens eine Eintrittskarte für das Museum befindet) eröffnet. Eine Wand der Eingangshalle ist mit 4213 Zigarettenstummel bedeckt (die Füsun rauchte); die 83 Vitrinen im Museum entsprechen der Anzahl der Kapitel im Buch und zeigen Alltagsgegenstände wie Ohrringe, Damenschuhe, Lippenstifte, Taschentücher, Streichholzschachteln, leere Flakons, Fotografien und Werbeplakate.

 

 

Tanizaki Jun’ichirō: In Praise of Shadows

In seinem Essay über Ästhetik erkundet Tanizaki Jun’ichirōs seine Vorstellung von Schönheit und beschreibt sie anhand verschiedenster Beispiele. Die Originalversion erschien 1933 auf Japanisch, eine Übersetzung ins Englische wurde erst 1977 veröffentlicht. Der deutsche Titel lautet „Lob des Schattens“.


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