New for Now.
The Origin of Fashion Magazines

Rijksmuseum, Amsterdam

– 27. September 2015

rijksmuseum.nl


Das niederländische Rijksmuseum in Amsterdam besitzt eine umfangreiche Sammlung an Kostüm- und Modedrucken, die nun zum ersten Mal ausgestellt wird. Aber nicht nur die Ausstellung ist sehenswert, auch die 8.000 Drucke, die auf der Webseite des Museums veröffentlicht sind, sollten keinesfalls unbemerkt bleiben. Sie sind, zusammen mit einem gedruckten Katalog, die Ergebnisse eines mehrjährigen Projekts, in dem die Illustrationen erfasst und digitalisiert wurden.




Die Vorgänger unserer heutigen Modemagazine waren gedruckte, durch kurze Beschreibungen ergänzte Illustrationen, die Models in modischer Kleidung zeigten. Die Ausstellung „New for Now“ ermöglicht es, diese Illustrationen genauer zu betrachten. Sie zeigt nicht nur den Wandel in der Frauen- und Männermode von 1600 bis einschließlich der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, sondern auch den Beginn der Entwicklung der Hochglanzmagazine, wie wir sie heute kennen.

 

Bevor die Fotografie Einzug hielt, arbeiteten vor allem begabte Illustratoren – von denen manche Spezialisten auf diesem Gebiet wurden – für die Modeherausgeber. Ihre Aufgabe war es, die Modelle so gekonnt wie möglich und außerdem mit einem großen Maße an Eleganz, abzubilden. Ein Grafiker übersetzte die Designzeichnungen dann in Vorlagen, mit denen sie vervielfältigt werden konnten. Die Drucke wurden im Nachhinein einzeln per Hand koloriert.

 

In der Ausstellung sind auch Drucke des Modedesigners Paul Poiret zu sehen. Sein Statement „Fashion is Art“ [„Mode ist Kunst“] kann als der Beginn einer neuen Ära gesehen werden. Seine Entwürfe, präsentiert in zwei künstlerisch gestalteten Serien in hellen, opaken Farben, dienten als Inspiration für viele hochwertige Modemagazine.

 

Obwohl „New for Now“ eine eher kleine Ausstellung ist, sind weder ihr Inhalt noch ihr Design dadurch eingeschränkt. Der Ausstellung gelingt es sogar, das Thema zu erweitern und in kleinen Auszügen unter anderem zu zeigen, wie Magazine ihre modebewussten Leser bei der Einrichtung ihres Zuhauses berieten. Die klare Ausstellungsgestaltung hilft, sich auf die Details der Drucke konzentrieren zu können, ist aber dennoch spielerisch: So verleiht beispielsweise das Zusammenwirken der in Pastellfarben gehaltenen Wände mit den an ihnen in unterschiedlichen Formen arrangierten gerahmten Illustrationen, dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit.

 

 

 


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