Open Innovation für alle

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Die Londoner Agentur 100% Open hat gerade eine neue Webseite online gestellt, die Besuchern die Möglichkeit gibt, auf ihre gesamte Kollektion an Methoden und Tools für den Innovationsprozess zuzugreifen. Die Webseite liefert einen gut strukturierten Überblick über die verschiedenen Schritte auf dem Weg zu einem innovativen Resultat – sei es Produkt, Dienstleistung oder Strategie – und erlaubt nicht nur den kostenlosen Zugriff auf zahllose Dokumente, sondern enthält immer auch detaillierte Erklärungen zur Anwendung. Im Gegenzug erwartet das Team hinter 100% Open von seinen Nutzern einzig das Teilen ihrer individuellen Erfahrungen mit dem Toolkit, um so eigene Prozesse weiter optimieren zu können. Wir haben mit David Simoes-Brown, dem Mitbegründer von 100% Open, über das neue Innovations-Toolkit gesprochen.




Welchen persönlichen Nutzen hat die Agentur 100% Open davon eine Webseite bereitzustellen, die Interessierten den Zugriff auf Ihr Wissen und Ihre Methoden kostenfrei zur Verfügung stellt?

 

Eine gute Frage. Philosophisch betrachtet glauben wir, dass produktive Partnerschaften auf einem gegenseitigen Geben und Nehmen basieren. Man beachte, dass Geben vor Nehmen kommt. Das 100% Open Toolkit ist unsere Art von Geben und im Gegenzug erhoffen wir uns neue Aufträge.

Ökonomisch betrachtet gibt es zwei Gründe. Erstens versuchen wir so unseren Markt zu erweitern. Dieser Markt besteht aus einer neuen Art von Innovation, die auf der Kollaboration zwischen verschiedenen Partnern basiert, genannt Open Innovation. Wir hoffen, dass unsere Methoden zu so etwas wie den DIN-Standards dieser neuen Industrie werden. Zweitens kann man das 100% Open Toolkit als sogenanntes „Freemium“-Angebot bezeichnen, was bedeutet, dass jeder kostenfrei auf die verschiedenen Tools zugreifen kann, zusätzliche Angebote aber kostenpflichtig sind.

 

 

Wen versuchen Sie mit der Webseite hauptsächlich anzusprechen?

 

Wir versuchen Menschen zu erreichen, die in großen multinationalen Firmen arbeiten und unter anderem für die Innovation von Produkten, Dienstleistungen oder Kommunikationsprozessen verantwortlich sind. Normalerweise sind diese Menschen in Research und Development, Innovations-, Design- oder Human Ressource-Abteilungen der Firmen zu finden.

Zudem möchten wir unsere Geschäftspartner aus dem 100% Open Netzwerk ansprechen. Unsere Firma arbeitet als globales Netzwerk von Experten und das 100% Open Toolkit fungiert in diesem Zusammenhang als kulturelles Artefakt, das die verschiedenen Parteien verbindet.

 

 

Wie schaffen Sie es dafür zu sorgen, dass sowohl Experten als auch Unerfahrene sich die Webseite gleichermaßen zu Nutze machen können? Wie versuchen Sie Anwendungsfehler zu vermeiden?

 

Wir hoffen Innovations-Experten demonstrieren zu können, wie Open Innovation funktioniert und ihnen die nötige Selbstsicherheit innerhalb der Methodik und Anwendung vermitteln zu können. Für Anfänger ist das Toolkit vor allem als Einstieg in die Thematik gedacht und soll ihnen ermöglichen eigene Strategien und Abläufe zu entwickeln. Anwendungsfehler sind in diesem Zusammenhang in jedem Fall erwünscht, denn nicht selten entstehen die besten Ideen genau aus diesen Fehlern. Mit Hilfe des Feedbacks der verschiedenen Benutzer und ihren Erfahrungen hoffen wir, auch unsere eigene Methodik weiterentwickeln und verbessern zu können und das Toolkit stetig wachsen zu lassen. 




Was unterscheidet Ihre Webseite von anderen Innovations-Toolkits, die bereits auf dem Markt sind?

 

Wir konzentrieren uns besonders auf den Prozess der Innovation innerhalb der Zusammenarbeit verschiedener Partner. Es gibt zwar schon eine große Anzahl an Quellen, sagen wir, für die Generierung von Ideen, die wir auch auf unserer Seite nennen. Diese vernachlässigen aber bisher den Aspekt der Kollaboration in einer vernetzten Welt. Außerdem zeigt und erklärt unsere Webseite alle Methoden und die einzelnen Schritte bis ins Detail und gibt zudem praktische Beispiele. Wir haben die Webseite so aufgebaut, dass die Anwendung und Ordnung der Tools auf den möglichen Fragestellungen der Nutzer basiert und weniger auf den Tools selbst.

 

 

Sie werben mit dem Slogan „None of us is as strong as all of us“ – wie gehen Sie mit dem Aspekt der Community um und welche Möglichkeiten sehen Sie hier für die Zukunft?

 

100% Open ist im Endeffekt eine Reihe von Netzwerken aus Geschäftspartnern, die mit uns zusammenarbeiten, Agenturen mit denen wir kollaborieren, einer globalen Community mit mehr als 250.000 Innovatoren und unserer Kunden-Community mit mehr als 1.000 Firmen. Unser Betrieb ist als Community aufgebaut und das wird auch in Zukunft so bleiben. Für größere Kunden organisieren wir regelmäßig einen sogenannten informellen Innovators-Club namens Union, der sich vierteljährlich in London und Genf trifft. Für die Zukunft ist eine Expansion dieser Treffen in die USA, nach Kanada, Süd-Amerika und Fernost geplant, denn mit diesem Ansatz planen wir auch unser geschäftliches Netzwerk weiter auszuweiten. 
















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Dossier
Tools
Jahr
2015
Disziplin
Produktdesign, Industriedesign
Ausgabe
form 257
Links
100open.com
toolkit.100open.com

Mehr zu der neuen Webseite und dem Toolkit der Agentur erfahren Sie auch in form 257 in der Rubrik Media. Die Ausgabe kann online über unseren Shop bestellt werden.

Text: Jessica Sicking