Zwischen Misthaufen und Himmelreich

WEI SRAUM. Designforum, Tirol

– 29. Juli 2016

weissraum.at


Die Entwicklung von ländlich geprägter, konservativer Heimatillustration hin zur modernen, klaren Sachlichkeit inspiriert durch die Schweizer Grafik beschrieb Gustav E. Sonnewend einmal provokant als Weg „vom Misthaufen ins Himmelreich“. Unter diesem Titel zeigt das Weiss

raum Designforum in Tirol nun Arbeiten des 1927 in Österreich geborenen Grafikers. 




Sonnewend studierte Kunstgeschichte an der Universität Innsbruck und arbeitete anschließend in der Messegestaltung und im Ausstellungsbau. Für den Kunstbereich und das Verlagswesen sowie für kirchliche Organisationen und Sporteinrichtungen entwarf er eine Reihe von Logos, Werbemitteln und Publikationen. Bis zu seiner Pensionierung 1989 dozierte er zudem an der Werbe Design Akademie in Innsbruck und arbeitete in verschiedenen Ateliers. Sein reduzierter, funktionalistischer Stil wurde unter anderem durch Arthur Ziegler beeinflusst, bei dem er einige Jahre angestellt war. Die bekanntesten Arbeiten des Grafikers sind das Logo für die SOS-Kinderdörfer sowie sein Plakat für die 25. Innsbrucker Messe im Jahr 1957, das in die Sammlung des Amsterdamer Stedelijk Museums aufgenommen wurde.

Vor allem die „Gestaltung mit Haltung“ war Sonnewend ein Anliegen. So findet sich in seinen Projekten auch eine politische Positionierung gegenüber dem streng katholischen Tirol der Nachkriegszeit wieder, das eine Liberalisierung der Gesellschaft durch die USA der 1950er Jahre fürchtete. Gustav E. Sonnewend zählt mit zu den führenden Gebrauchsgrafikern seiner Zeit, die die grafische Moderne nach Österreich brachten.

 

Die Ausstellung ist noch noch bis 29. Juli geöffnet und wird durch Führungen mit den Kuratoren begleitet. Der Eintritt ist frei. 



















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