11 June 2018

News

It Wasn’t Written

Celeste Bartos Theater, MoMA, New York

5. September 2018

itwasntwritten.org

 

Das Symposium „It Wasn’t Written“ [Es wurde nicht aufgeschrieben] im MoMA diskutiert den Einfluss von Gestaltung auf die Geschichtsschreibung. Wie erzählen Designer Geschichte(n) oder wie kann Geschichte von Designern interpretiert und für die Zukunft genutzt werden?

 

Die Konferenz setzt sich mit der Konstruktion von Geschichte auseinander, die neben der Beschreibung des Geschehenen in geschriebener, gesprochener oder ikonografischer Form durch Visualisierungen, Methoden und weiteren Elementen des Designs entsteht.

Untersucht werden die historischen Informationen, die durch unterschiedliche „Visualisierungen“ (wie Zeitleisten), „Publikationen“ (wie Geschichtsbücher), „Ausstellungen“ (wie „Retrospektiven) oder „Software“ (wie Geschichtsapps) dargestellt werden. Das Symposium unterteilt sich daher in die vier genannten Kategorien, worin jeweils zwei Standpunkte von Forschern und Wissenschaftlern präsentiert und im direkten Anschluss gegenüberstellend diskutiert werden.

Der abschließende Redner des Tages ist Arne Scheuermann, der an der Hochschule der Künste Bern Professor für Designtheorie ist und den Forschungsschwerpunkt Kommunikationsdesign leitet. Sein Vortrag „Learning from Lego: Designing the Affective Staging of Historical Artifacts“ [Von Lego lernen: Das Gestalten einer affektiven Inszenierung historischer Artefakte] beschäftigt sich mit der Veränderung der Geschichte und der Geschichtsschreibung. Laut ihm ist zu erkennen, dass sich seit dem Einfluss der sozialen, zunehmend digitalen Medien Informationen und die Art ihrer Darstellung weiterentwickelt haben und eine Mischung aus vielen verschiedenen Stilen wie Fakten, Überzeugungen oder Emotionen nutzen. Der Unterschied zwischen heute und früher liegt in der emotionalen Darstellung von Informationen, wie zum Beispiel die Heliografie im Vergleich zum wissenschaftlichen Replikat, der Historiografie, mit Emotionen arbeitet. Anhand des emotionalen Produktdesigns von Lego, deren Unternehmenshistorie und geschichtliche Bedeutung sowie Beispielen visueller und emotionaler Einflüsse von Marken wie Herman Miller, Vitra oder Iittala sollen vorläufige Systematiken von Rhetorikanwendungen in der Historiografie herausgefiltert werden. Die Besonderheit von historischen Artefakten aus dem Design ist, dass sie im Kontrast zur Architektur oder Dokumentation, immer reproduzierbar bleiben und in einem anderen Kontext neu interpretiert werden. So könnte man zum Beispiel die fotografische Abbildung eines Produktdesigns aus einer vergangener Epoche als Medium selbst erkennen und dieses in einem Katalog einer eigenen, notwendigen Aussage zuordnen. Er schließt die Frage an, welche Rolle die emotionale Erfahrung in der Geschichtsschreibung spielt, wie sie aussieht und wie man diese in Ausstellungen nutzen könnte.

Organisatoren sind die Kommunikationsdesigner Julia Meer und Robert Lzicar, die international im Bereich Kommunikationsdesign und Typografie forschen. Tickets kosten regulär 20 US-Dollar und ermäßigt 10 US-Dollar.

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