Nº 275
Editorial:

Sport

Text: Stephan Ott

Design

Wenn wir heute von der Kreativwirtschaft und von Kreativbranchen sprechen, dann verstehen wir darunter – zumindest in Industriegesellschaften – auch, dass zunehmend differenziertere Entwurfsmethoden in hochtechnologische Fertigungsprozesse eingebunden werden. Gleichzeitig können wir in vielen Bereichen der Gesellschaft(en) jedoch Ab- und Ausgrenzungen beobachten, in wirtschaftlicher, politischer, kultureller oder auch religiöser Hinsicht. Fortschritt, in dessen Dienst sich auch Kreative stellen, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen leider oftmals als borniert im wahrsten Sinne. Borne ist das französische Wort für Grenzstein und bedauerlicherweise steht unsere Gegenwart in dem zweifelhaften Ruf, Mauerbau, Grenzerrichtung und Abschottung wieder salonfähig gemacht zu haben. Von daher stünde es gerade den kreativen Disziplinen gut zu Gesicht, wenn sie sich der Gestaltung als ihrer gemeinsamen Grundgröße besinnen würden, mit dem Ziel, Ausgrenzungen zu vermeiden, Beziehungen herzustellen und Gleichberechtigung voranzutreiben.

 

Kontext

Erst auf diesem Niveau erreicht Teamwork den Rang von Interdisziplinarität. Dann können auch vermeintlich unterschiedliche Felder wie Design und Informationstechnologie gemeinsame Projekte entwickeln. Kriterien, die im Übrigen auch in unserem Schwerpunkt Sport gelten, wenn Mode und Sport sich verbinden, Tanz und Notation eine fruchtbare Liaison eingehen, Ingenieure unterschiedlicher Fachrichtungen wettbewerbsfähige Sportgeräte konstruieren oder sich die Bereiche Medizin und Fitness gegenseitig zugutekommen.

Letztlich kann es in allen Gestaltungsdisziplinen nur darum gehen, die Voraussetzungen für Teamgeist und Lust zu schaffen, was selbstredend die Lust auf Arbeit, Fürsorge, Gemeinsinn, Rücksicht und andere immer miteinschließt. Diese stellen sich aber nur dann ein, wenn alle Akteure sich auf ihre gemeinsame Basis besinnen und mit gegenseitigem Respekt begegnen.

 

 

Situation

Das Jahr unseres 60-jährigen Geburtstages geht zu Ende. Damit endet auch unser kleiner historischer form-Rückblick, der uns nicht nur sehr viel Spaß bereitet hat, sondern auch zur Klärung des ein oder anderen (vergessenen) Sachverhalts und für so manchen Lichtblick gesorgt hat. An dieser Stelle möchten wir uns noch einmal sehr herzlich bei all jenen bedanken, die zum Gelingen der Unternehmung Revisiting the Past beigetragen haben, nicht zuletzt bei allen Gästen unseres Geburtstagsfestes am 13. Oktober 2017 im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main. Im kommenden Jahr setzen wir unsere Arbeit mit den Schwerpunkten Scheitern, Mexiko, Wetter, Embodiment sowie Grenzen fort. Außerdem kehrt mit dieser Ausgabe unsere Rubrik Carte Blanche unter leicht veränderten Rahmenbedingungen zurück: Wir geben nun zwei Gestaltern ein Stichwort vor, das sich am Schwerpunkt des jeweiligen Heftes orientiert, und stellen die beiden auf dieser Grundlage entstandenen Arbeiten einander gegenüber.

Ihre Anregungen und Ideen wie auch Ihre Reaktionen sind uns nach wie vor sehr willkommen. Und in jedem Fall freuen wir uns auf ein Wiedersehen mit Ihnen im Jahr 2018.

 

Stephan Ott, Chefredakteur

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