13. Januar 2018

News

In Case of Emergency

Science Gallery Dublin

– 11. Februar 2018

dublin.sciencegallery.com

 

Die Frage nach dem Ende der Menschheit übt absonderlichen Reiz auf uns aus. Warum sonst sind wir umgeben von einer Medienlandschaft, die sich am laufenden Band mit Zombies, Außerirdischen und ausartenden künstlichen Intelligenzen auseinandersetzt und damit nichts anderes tut, als dem Interesse ihrer Konsumenten nachzugehen? Welche Rolle die katastrophalen Risiken unserer Zukunft in Kultur und Wissenschaft tatsächlich spielen und inwiefern diese Entwicklungen beeinflusst werden können, untersucht die aktuelle Ausstellung „In Case of Emergency“ in der Science Gallery Dublin.

 

Es ist festzustellen, dass sich die Narrative über das Ende der eigenen Spezies in den letzten Jahren zunehmend von Tragödie zu Thriller gewandelt haben. Wir verzeichnen eine apokalyptische Renaissance, in der Chaos und Untergang in den Medien extremer Dramatisierung unterliegen. Besonders die Formate Film und Serie bedienen den Markt für dystopische Narrative und bestücken diese oft mit fragwürdigem wissenschaftlichen Inhalt. Wie viel Einfluss derartige Inszenierungen letztendlich auf die menschliche Wahrnehmung von realen Risiken haben, offenbarte Anthony A. Leiserowitz 2004 in der Zeitschrift Environment. Darin belegte er, dass der Film „The Day After Tomorrow“ einen signifikanten Effekt auf die Wahrnehmung des Klimawandels hatte.



 

Die Ausstellung in der Science Gallery möchte genau diese Art von Konversation kultivieren: Wie gehen wir mit globalen Katastrophenrisiken um? An die Forschung von Leiserowitz anknüpfend, befragte das irische Economic and Social Research Institute Ausstellungsbesucher zu den Auswirkungen, die ein bestimmtes Framing auf ihre Wahrnehmung globaler Risiken hat. Zudem hat die Science Foundation Ireland Künstler mit Forschungsinstituten gepaart, um die Zukunft der Menschheit anhand bestimmter globaler Risiken zu untersuchen. Dazu gehören unter anderem der Klimawandel, radioaktive Strahlung, seismische Aktivität und viele weitere relevante Risiken. Die Arbeit „64 Things to Worry About“ von Robby Collins, die neben 28 weiteren Projekten in der Ausstellung zu sehen ist, verarbeitet genau diese Risiken zu einer Art Wärmekarte globaler Gefahren. Das gerahmte Raster aus acht mal acht Glühbirnen soll als Uhrenersatz im Haushalt dienen und durch farbliche Kodierung – Grün und Blau für problemfreie Zonen, Rot oder gar ausgeschaltete Lichter für extrem bedrohte Orte – den aktuellen Stand von Krisenherden auf der ganzen Welt abbilden. Die Aktualität des Systems wird durch konstante Datenzufuhr und Aktualisierungen im Zehn-Minuten-Takt garantiert. Ein anderes Projekt in der Ausstellung stammt von Aram Bartholl aus Deutschland. „Keepalive“ erscheint äußerlich wie ein normaler Stein, beinhaltet aber einen thermoelektrischen Generator und WiFi-Router, die aktiviert werden, sobald der Stein in Flammen steht. Ist der Generator aktiviert, hat man Zugriff auf eine digitale Bibliothek zum Thema Überleben im digitalen Raum sowie in der Wildnis. In dieser Arbeit steckt Kritik an Machtstrukturen und Kontrollmechanismen im Umgang mit Internetdiensten und Datenübertragung. Alle Projekte in der Ausstellung werden auf der Webseite der Science Gallery näher vorgestellt. Außerdem können Interessierte sich bereits vor dem Besuch der Ausstellung anhand von vier Essays auf das Thema einstimmen. Mehr über die Verbindungspunkte zwischen Gefahr und Gestaltung erfahren Sie außerdem in der Ausgabe form 271.

Die Ausstellung wurde unterstützt vom Science Foundation Ireland Discover Programme, der NTR Foundation und dem Health Research Board.

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