17. September 2015

Dossiers
Interview mit Joachim Horn, SAM Labs:
Lego of the Internet Generation

Text: Carolin Blöink

Die SAM Internet der Dinge-Toolkits – bestehend aus Hard- und Softwareelementen –wurden von dem Londoner Start-up SAM Labs entwickelt. Die Bausteine befähigen Kreative dazu, interaktive Prototypen, Produkte und Apps in kürzester Zeit und ohne vorherige Programmierkenntnisse zu kreieren. Mit Hilfe einer intuitiven Bedienoberfläche können mittels einer simplen Drag-and-Drop-Systematik alltägliche Objekte in smarte Devices verwandelt werden, die mit dem Internet verbunden sind.

SAM Labs Gründer Joachim Horn entschied sich 2013 nach seinem Abschluss in Maschinenbau und durch das umfangreichen Engagement innerhalb des Imperial College Design Collectives, seine beiden Interessenfelder – die Ingenieurswissenschaft und die Gestaltungsdisziplin – miteinander zu vereinen. Diesen Ansatz verwirklichte er durch die Gründung von SAM Labs, dem so genannten „Lego der Internetgeneration“. Zur Entstehung des Start-ups und der Rolle von Designern in seinem Team haben wir ihm ein einige Fragen gestellt.

 

Welches Grundprinzip steckt hinter SAM?

 

SAM verleiht die Kraft der Ingenieurswissenschaft allen Kreativen, die eine Idee umsetzen wollen. Unabhängig davon, ob es sich dabei um die Entwicklung eines Produkts, einer App oder eines ganz neuen Ansatzes für eine Erfindung handelt – das letzte, weshalb man an dieser Stelle aufgeben sollte, ist der Mangel an technischem Wissen. SAM als Werkzeug macht es möglich, Ideen innerhalb von fünf Minuten in die Realität zu übertragen. Dabei rückt der Spaß, etwas dabei zu lernen in den Vordergrund, egal ob man als Anfänger oder Experte in ein Projekt einsteigt. Die Toolkits bestehen aus kleinen kabellosen Hardwarebausteinen, die sich durch eine simple Softwareapplikation miteinander verbinden lassen. Auf diesem Weg wurden beispielsweise Anwendungen zur Hausautomatisierung, Spielzeuge, smarte Kleidungsstücke, Lichtinstallationen oder intelligente Türklingeln entwickelt.

 

 

 

 

Wie lange hat der Entwicklungsprozess der ersten SAM-Bausteine gedauert?

 

Die erste Idee entstand im August 2013 in Tokio. Die ersten Prototypen eines Interfaces, das kabellos einzelne Module miteinander verbindet, wurden bereits im Dezember 2013 entwickelt. Ab Februar 2014 arbeiteten wir als ein Team aus Freunden zusammen, die abgesehen von mir zu dieser Zeit noch Studenten waren. Durch den Anstoß unserer ersten Kickstarter-Kampagne im Oktober 2014, generierten wir innerhalb von 30 Tagen 125.000 Pfund. Auf diese Weise wurde uns erst wirklich bewusst, wie groß die Nachfrage nach unserer Idee ist, weshalb die Motivation noch größer wurde, ein einwandfreies, voll zertifiziertes Produkt zu entwickeln. Um unsere gesamte Designsprache konsistenter in Hard- und Software werden zu lassen, begannen wir schließlich mit MAP und Pentagram zusammen zu arbeiten. Dieser Vorgang brachte uns einen großen Schritt weiter, das umfangreiche Material, das wir in der Zwischenzeit entwickelt hatten, in eine schlüssige Gestaltungsform zu bringen. Die ersten vollständigen SAM-Baukästen konnten im Juni 2015 versendet werden. Für uns war es eine unfassbare Erfahrung zu sehen, wie nun tatsächlich auch andere Leute mit unserem System arbeiten.



 

Welche Rolle spielen Gestalter in eurem Team?

 

Die Gestalter unter uns erhalten und nähren unsere stete Vision, das kreative Potenzial von jedermann durch SAM zu Tage zu bringen, was einen kontinuierlichen Prozess der Vereinfachung und Verbesserung der Produkte und Abläufe innerhalb der SAM-Systematik bedeutet. Unsere Designer arbeiten Hand in Hand mit unserem Technik- und Marketingteam, um sich immerzu gegenseitig Feedback zu neuen Ansätzen zu geben und um sicher zu gehen, dass wir eine klare Nachricht an unsere Community senden.

Außerdem liefert unser Team von Designern der Community immer wieder neue Inspirationsquellen, indem kontinuierlich neue Projekte in unserem Forum vorgestellt werden. Beispiele dafür sind unter anderem der Roboter SAMmy, eine interaktive Lichtwand oder eine Kunstinstallation, die durch Twitter-Nachrichten angetrieben wird.

 

 

 

 

War die Anmutung von App-Icons eine Inspirationsquelle für die Produktsprache und das Corporate Design von SAM?

 

Über diese Parallele habe ich bisher noch nicht nachgedacht, aber ich denke, dass wir alle den Einfluss von Simplifizierung, Minimalisierung und Skeumorphismus in den kleinen Quadraten auf unseren Smartphones wahrnehmen. Generell steht die Gestaltung der SAM-Icons repräsentativ für Sensoren, Aktoren und Apps , die wir immer wieder in unserem Alltag nutzen (Knöpfe, Regler, Lichtsensoren, Thermometer, Leuchten, Motoren, Twitter- und Facebookanwendugen) und die vor allem aber durch ihre Einfachheit den Nutzer dazu animieren sollen, diese untereinander zu verbinden, um so ganz individuelle Probleme lösen zu können.

Shop

Nº 274
Identity

form Design Magazine


Grid one form 274 cover 1200 Jetzt bestellen

Kontakt

Verlag form GmbH & Co. KG
Wildunger Straße 8
60487 Frankfurt am Main
Germany

T +49 69 153 269 430
F +49 69 153 269 431
form@form.de

Leserservice

Fragen zur Abonnementrechnung, zum Abonnementangebot oder Adressänderung?

T +49 69 153 269 438
F +49 69 153 269 439
leserservice@form.de

Newsletter

Melden Sie sich jetzt an, um an exklusiven Ticketverlosungen teilzunehmen, monatliche Neuigkeiten zum Magazin zu erhalten und über aktuelle Design-Events und -Publikationen informiert zu werden.

Anmelden

Design Magazine
Established 1957

 

 
form.de