8. Dezember 2016

Dossiers
Interview mit:
Max Guther

Text: Carolin Blöink

form 269 erscheint am 16. Dezember 2016. In der kommenden Ausgabe, die auch unser Jubiläumsjahr 2017 einläutet, haben wir uns mit dem Thema Spiel im Design befasst. Neben Beiträgen zu Gamification und Spieltheorie, Interviews mit Computerspielentwickler Crytek und dem partizipativ ausgerichteten Studio Moniker, stellen wir ebenso einzelne Gestaltungsprojekte rund um die Thematik vor. Auch Max Guther hat mit seinen Illustrationen, die vor kurzem im Fount Magazine erschienen sind, das wir auch in der Media-Rubrik von form 269 vorstellen, einen Beitrag geleistet. Wie es zu dieser Illustrationsreihe kam und welche Arbeitsweise er in der Regel bevorzugt, hat er uns in einem kurzen Interview verraten.



 

Wie kam es zu dem Projekt „Plant A Mountain“?

 

Die Illustrationsreihe „Plant A Mountain“ entstand für das frisch gegründete Fount-Magazin, das sich mit dem aufzubringenden Mut im Rahmen eines neuen Wagnisses oder neuen Projektes befasst. Ich entschied mich in diesem Zusammenhang dafür, verschiedene Schlagwörter, die den Prozess des kreativen Arbeitens beschreiben, zu visualisieren. Diesen assoziiere ich persönlich mit Erfahrungen aus der Kindheit: dem Ausprobieren, Scheitern, Mut fassen und Neulernen.

 

 

Was hat Dich zum Illustrieren gebracht?

 

Ich habe schon immer gerne gezeichnet und bin auch allgemein ein sehr visueller Mensch, der sich für Bildwelten und illustrative Gestaltung interessiert. Mein illustrativer Schwerpunkt innerhalb des Studiums entwickelte sich allerdings erst im Laufe der Zeit. Jedoch stand für mich die Wahl eines kreativen Berufsfeldes schon lange fest. Deswegen habe ich mich auch für ein Grafikdesignstudium entschieden. Aufgrund des Studiums beschäftige ich mich natürlich auch intensiv mit Typografie und Layout. Ich finde es wichtig, sich zusätzlich zum eigenen Fachgebiet mit anderen kreativen Bereichen zu befassen, da man im Zuge der Arbeit als Illustrator selbstverständlich auch damit in Berührung kommt. Ein anderes gestalterisches Feld, das mich sehr fasziniert, ist die Architektur. Ein Einfluss, der sich auch in einigen meiner Arbeiten widerspiegelt.



 

Welchen Ausbildungsweg hast Du bislang zurückgelegt?

 

Aktuell studiere ich an der Hochschule Mainz im Bachelorstudiengang Kommunikationsdesign. Vor zwei Jahren habe ich an der HfG Offenbach bei Eike König ein Gastsemester gemacht, was mich dazu gebracht hat, digitale Collagen zu erstellen. Außerdem habe ich ein Praktikum im Designstudio Hort in Berlin absolviert. Im Zuge dessen ist auch die Illustrationsreihe für das Fount Magazine entstanden, dessen erste Ausgabe mit dem Titel „Plant A Mountain“ erschienen ist.

 

 

Wie kommt es zum häufigen Einsatz der isometrischen Perspektive?

 

Ich finde, die Isometrie ist eine sehr interessante Perspektive, da man von oben auf das Geschehen herunterschauen kann und so eine alles überblickende Beobachtungsposition geschaffen wird. Natürlich habe ich auch Computerspiele gespielt, die auf der isometrische Perspektive basieren, allerdings leitet sich meine Faszination für diese Sichtweise hauptsächlich von isometrischen Darstellungen der Bauhäusler wie Walter Gropius und Herbert Bayer ab.



 

Mit welchen Medien arbeitest Du bevorzugt?

 

Die digitalen Collagen baue ich aus vielen verschiedenen Fotos, Texturen und konstruierten Objekten zusammen. Für die Bearbeitung benutze ich hauptsächlich Photoshop und Illustrator. Das Wichtigste ist zunächst natürlich die Idee und das Konzept. Wenn das feststeht, fertige ich Skizzen an, um eine grobe Vorstellung von Aufteilung und Komposition zu bekommen. Erst dann beginne ich mit dem Fotografieren und der Bearbeitung. Wenn die Anordnung der einzelnen Elemente fertig ist, folgt die abschließende Kolorierung. Was die thematische Wahl meiner Illustrationen angeht, so greife ich oft Situationen aus dem Alltag auf. Allerdings bin ich inhaltlich auch anderen Themen stets offen gegenüber, da ich mich bevorzugt auch mit neuen Dingen befasse.

 

 

In welchem Umfeld würdest Du gerne arbeiten?

 

Am liebsten arbeite ich mit anderen Leuten zusammen, in einer Art Coworking Space. In der Regel brauche ich beim Arbeiten Leute, mit denen ich mich austauschen und über Projekte diskutieren kann.

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