14. April 2016

Dossiers

Interview mit: TOYKYO

Text: Carolin Blöink

Gent, die belgische Stadt mit der höchsten Dichte an denkmalgeschützten Gebäuden im Land, beherbergt aktuell etwa 250.000 Einwohner und 23 Museen. Die zweitgrößte Stadt in der Region Flandern erlangte im Mittelalter durch den Tuchhandel große Bekanntheit und bringt unter anderem durch die Royal Academy of Fine Arts (KASK) und die Luca School of Arts (LUCA) zahlreiche Gestalter in den Bereichen Mode, Innenarchitektur, Film und visuelle Kommunikation hervor. Wir haben vier grafisch orientierte Studios aus Gent nach ihren Einflüssen und Lieblingsplätzen in der Stadt gefragt.



 

Gründungsjahr: 2006

Angestellte: 3

Ausbildung: Master of Visual Arts
Kunden: Happy Socks, Duvel, De Koninck, die Musikindustrie
Kooperationspartner: Case Studyo
Orte der Inspiration in Gent: neben Besuchen in Museen wie dem S.M.A.K. oder dem Museum Dr. Guislain (Museum für Psychiatrie), genießen wir gerne gute Speisen und Getränke in der Ramen Noedelbar, bei Publiek oder der Cocktailbar Jigger’s. Ein gute Weise die Stadt zu genießen, ist es Gent bei einem Nachtspaziergang zu erkunden oder sonnige Tage am Wasser zu verbringen.
Kreative Einflüsse: Subkultur, Streetart, Music, Mode, Architektur, Cartoons, Humor; internationale Künstler wie Hansje Van Halem, Steven Harrington, Raphaël Garnier, Alex Trochut, Sergi Delgado 

 

 

Was ist Eurer Meinung nach besonders an der Gestaltungsszene in Gent?

 

Für ein so kleines Gebiet gibt es sehr viele Talente in den verschiedensten Bereichen. Belgier sind von Natur aus vielseitig, was eine gegenseitige Befruchtung der Disziplinen garantiert. Gent ist gerade so viel Stadt, um die Vorteile einer Stadt zu haben, aber auch wie ein Dorf, was den Fokus auf die Traditionen erhält. Designer haben die Chance, nah am Herstellungsprozess ihrer Produkte zu sein – wie es auch das Studio Kan/o praktiziert.



 

Was zeichnet Eure Arbeitsweise aus?

 

Unsere Arbeitsmethoden hängen ganz vom jeweiligen Projekt ab. Viele Skizzen und visuelle Experimente gehören für uns zur Entwicklung von Brandings und Illustrationen. Auch der Typografie schenken wir gerne viel Aufmerksamkeit. Für Projekte wie für Y-3 oder Philipp Plein kombinieren wir Skizzen mit 3D-Technik und freuen uns, selbst gebaute Objekte später in finaler Größe installiert zu sehen. Es macht Spaß, die Vorstellungen in unserem Kopf real werden zu lassen, umgesetzt in Illustrationen von Zauberern, Tieren, Linien, Lettern oder witzigen Charakteren, die unseren Stil verkörpern.

 

 

Wie hat sich Eure visuelle Sprache entwickelt?

 

Aufgewachsen mit den Zeichentrickserien, die wir im Fernsehen gesehen haben, und der Musik, die uns in unserer Schulzeit begleitet hat, nahmen die grafischen Arbeiten aus diesem Umfeld schon früh Einfluss auf uns und führten zu einer allgemein eher visuellen Orientierung. Abhängig vom jeweiligen Projekt übertragen wir unsere Erfahrungen in farbenfrohe Illustrationen oder minimalistische typografische Arbeiten. Generell nehmen wir die Dinge im Gestaltungsprozess nie zu ernst. Wir versuchen unsere Projekte auf einer unterhaltsamen Ebene zu halten und auf diese Weise Kunden uns Nutzer zu inspirieren.

 

 

Studio Studio, ↗ Glossy.tv, ↗ Corbin Mahieu



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