14. Mai 2015

Dossiers
Israelisches Design.
Itai Bar-On

Text: Jessica Sicking, Susanne Heinlein

In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.

 

 

Itai Bar-on blickt auf eine lange Familientradition im Baugewerbe zurück, was sich nicht nur in seinen Leuchten und Produkten, sondern auch in seiner Leidenschaft für naturbelassene Materialien zeigt. Trotz diverser neuer Technologien, die in den vergangenen Jahren entwickelt worden sind, sieht Itai die Notwendigkeit, nach wie vor auch mit den eigenen Händen zu arbeiten.



 

Studio: Studio Itai Bar-On

Webseite: itaibaron.com

Gründungsjahr: 2010

Mitarbeiter: 5

Arbeitsbereiche: Licht, Wandverkleidung

Clients: Architekten, Innenarchitekten

 

 

Was ist Deiner Meinung nach besonders an Design in Israel?

 

Besonders interessant an israelischem Design ist die Tatsache, dass die Industrie hier noch nicht so weit entwickelt ist und deshalb jeder seine eigenen Arbeitsmethoden finden muss. Dieser Mangel an Fähigkeiten seitens der Industrie zwingt einen, eine eigene Sprache zu entwickeln, um Ideen Realität werden zu lassen.

 

 

Wie würdest du Deine Arbeit beziehungsweise Deinen Stil beschreiben?

 

Ich würde sagen, dass meine Arbeit sich in zwei Bereiche aufteilen lässt. Ich liebe es, neue Methoden zu entwickeln und darauf basierend auch meine Produkte zu entwerfen. Außerdem liebe ich die Trial-and-Error-Methode, die unberechenbar ist und einen jedes Mal aufs Neue überrascht. Andererseits mag ich auch simple Entwürfe, die auf bekannte Materialien und Handgriffe zurückgreifen – das kann auch sehr erfrischend und innovativ sein.

 

 

Welche kulturellen und persönlichen Aspekte beeinflussen Deine Arbeit?

 

Ich werde definitiv durch aktuelle Geschehnisse in der Welt beeinflusst. Es scheint, dass der 3D-Druck die Welt erobert, gleichzeitig habe ich das Gefühl, dass alles gleich aussieht und Designer dadurch ihre Identität verlieren. Die meisten jungen Designer sitzen immer mehr hinter dem Computer fest und wissen gar nicht mehr, wie sich Materialien wirklich anfühlen. Ich sehe das als die Möglichkeit, einen Schritt zurückzutreten und eine Lowtech-Arbeitsweise zu versuchen: Materialien zu fühlen, mit den Händen zu arbeiten und das bequeme Territorium des Computers zu verlassen.



 

Welche kulturellen Einflüsse sind besonders wichtig für das Entwerfen von Lichtobjekten?

 

Der Bereich des Lichtdesigns ist immer in Bewegung. Es gibt einen starken Anstieg der Entwicklung von LED-Technologie und mehr und mehr Designer setzen sich mit dieser Thematik auseinander – was wunderbar ist. Ich habe das Gefühl, dass die Technologie sich im Laufe der Zeit fast selbst verbessert, und bin jedes Jahr wieder überrascht von den neuen Entwicklungen, die Designern als Werkzeuge dienen, um neue, schöne Produkte zu entwerfen.

 

 

Welche Rolle spielt Handwerk in Deiner Arbeit?

 

Als jemand, der mit den Händen arbeitet, spielt Handwerk natürlich eine große Rolle. Ich glaube, das ist auch der Aspekt, der mich am besten beschreibt, da ich mit verschiedenen Parametern wie Technologie, Methode und Material arbeite.

 

 

Wie wählst Du die Materialien für Deine Projekte aus?

 

Ich wähle meine Materialien eher zufällig aus. Das hängt davon ab, was mich zu einem bestimmten Zeitpunkt beschäftigt. Im Moment arbeite ich zum Beispiel mit Holz und versuche, es mit anderen Materialien zu kombinieren, um einfache Manipulationen zu erschaffen und zu sehen, was passiert.

 

 

Warum hast Du Dich für Beton als Arbeitsmaterial entschieden?

 

Der Grund, warum ich Beton ausgewählt habe, ist sehr einfach: Mein Vater arbeitet in der Baubranche und ich war praktisch mein ganzes Leben mit Zement konfrontiert. Ich begann bereits als Student mit Beton zu arbeiten und bin dabei geblieben.

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