7. Mai 2015

Dossiers
Israelisches Design.
Noam Dover und Michal Cederbaum

Text: Jessica Sicking

In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.

 

 

Noam Dover und Michal Cederbaum interessieren sich für das, was um sie herum passiert: politisch, ökologisch und kulturell. Zusätzlich sind sie überzeugt, dass Design das Potenzial hat, relevante Aspekte aufzuzeigen. Mit ihrer kreativen Plattform möchten sie authentische und pure Produkte entwerfen, die gleichzeitig ihre Produktionsgeschichte erzählen. 



 

Studio: Noam Dover and Michal Cederbaum. Design & Craft

Webseite: noamandmichal.com

Gründungsjahr: 2009

Mitarbeiter: 2

Arbeitsbereiche: Limitierte Editionen und Unikate, Möbel, Lichtobjekte, Szenografie, Street Art, lehrende Tätigkeit im Design

Kunden: Galerien und private Kunden, Theater- und Tanzproduktionen

 

 

Was ist Eurer Meinung nach besonders an Design in Israel?

 

Die Designszene hier ist lebhaft und dynamisch. Man hat das Gefühl, dass viel passiert, obwohl es nur wenige Galerien oder andere Plattformen gibt, die etwas ausstellen oder zum Verkauf anbieten. Es gibt einen allgemeinen experimentellen Ansatz, der – vielleicht – auf genau diesem Mangel an Institutionen zurückzuführen ist. Marc Peridis, unser Galerist in London, sagt immer, dass es hier eine Menge Leidenschaft gibt in Bezug auf Design und Fertigung – was es unserer Meinung nach ziemlich gut trifft.



 

Wie würdet Ihr Eure Arbeiten beziehungsweise Euren Stil beschreiben?

 

Wir interessieren uns sehr für das, was um uns herum passiert – politisch, ökologisch und kulturell. Wir sehen unser Designstudio als Plattform für Diskussionen und den Ausdruck von Ideen, die in Bezug zu einer aktuellen Realität stehen: dem Hier und Jetzt. Für uns hat Design das Potenzial aufzuzeigen, was relevant ist, und uns die substanziellen Themen vor Augen zu führen.

Lokalität ist uns wichtig – nicht so sehr in Bezug auf unseren Stil, sondern eher bezüglich unseres Standpunkts. Wir fragen uns, wie das visuelle Umfeld uns und unser Designbewusstsein beeinflusst. Wir ziehen es beispielsweise vor, die ursprüngliche Farbe der Materialien beizubehalten und sie nicht zu überdecken. Diese Einstellung hat möglicherweise mit der rauen, unfertigen und abgenutzten Szenerie zu tun, von der man hier in den Straßen umgeben ist. Genauer gesagt, geht es uns in unserer Arbeit darum, verschiedene Techniken und Materialien zu kombinieren, um so kulturelle Ursprünge und vorgegebene Kosten für Materialien anzusprechen und auf diese Weise Objekte zu kreieren, die die Geschichte ihrer Produktion erzählen.



 

Mit Eurer Arbeit verfolgt Ihr einen interdisziplinären Ansatz. Welche Werkzeuge verwendet Ihr dazu?

 

Die Grenzen zwischen Kunst und Design manifestieren sich hauptsächlich durch die Definition von Kunst und Design als zwei unterschiedliche Märkte. Wenn es um Motivation und Werkzeuge geht, ist dies keine klare Grenze, sondern (wenn man es von Innen erfährt) ein weites Feld. Als unsere Arbeit über die Jahre unabhängiger wurde, wurde auch unser Weg in der Designwelt mehr und mehr konzeptionell.

Als Designer und Maker besitzen wir eine große Leidenschaft für den Dialog und die Fertigung. Mit unseren alleinigen und angemessenen Prozessen hoffen wir eine kreative Plattform zu erhalten, die offen und flexibel ist. Der interdisziplinäre Ansatz wird vor allem durch die Zusammenarbeit mit Künstlern aus den verschiedenen Bereichen möglich. Wir haben das Glück, an großartigen, anhaltenden Kollaborationen teilzuhaben, die unsere Vorstellungskraft und Praxis konstant erweitern.

 

 

Seht Ihr Handwerk als einen Teil des Designprozesses beziehungsweise des Produktionsprozesses? Betrachtet Ihr Euch selbst eher als Handwerker oder arbeitet Ihr während Eurer Projekte mit professionellen Handwerkern zusammen?

 

In letzter Zeit konzentrieren wir uns auf das deutliche Ausweiten unserer neuen digitalen Handwerks-Toolbox.

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