7. Mai 2015

Dossiers
Israelisches Design.
Shulak

Text: Jessica Sicking, Susanne Heinlein

In form 259 beschäftigen wir uns mit dem Design in einem Land, das in den Medien hauptsächlich wegen seiner politischen Konflikte präsent ist: Israel. Gleichwohl hat es eine lebendige und vielfältige Designszene zu bieten, deren Akteure wir uns genauer angeschaut haben. Mehr Portraits israelischer Designer und Studios zeigen wir sowohl in form 259 als auch in form Dossiers.

 

 

Lior Shulak Hai hat erst im vergangenen Jahr ihren Abschluss am Shenkar College in Tel Aviv gemacht und bereits ihr eigenes Studio eröffnet. Ihre Arbeit zeichnet sich durch die Erforschung der Spannung zwischen Form, menschlichem Körper und dem ihn umgebenden Raum aus. Basierend auf diesen Elementen entwickelt die Designerin ihre visuelle Sprache, die durch einfache, geometrische Formen geprägt ist.



 

Studio: Shulak

Webseite: liorshulak.com

Gründungsjahr: 2014

Mitarbeiter: 2

Arbeitsbereiche: Handgemachter Schmuck

Kunden: Razili Fashion Boutiques, private Kunden

 

 

Was ist Deiner Meinung nach besonders an Design in Israel?

 

Meiner Meinung nach hat israelisches Design eine starke Verbindung zur Örtlichkeit selbst – der urbanen Situation, den Wetterbedingungen und der Kultur – aber gleichzeitig scheint es, als ob israelische Designer auch immer wieder getrieben sind, eine Verbindung zur globalen Designcommunity aufrecht zu erhalten. Diese Spannung erzeugt einzigartige und interessante Voraussetzungen, die das israelische Design zu dem machen, was es heute ist.



 

Wie würdest Du Deine Arbeiten beziehungsweise Deinen Stil beschreiben?

 

Ich glaube, die Designprinzipen, die mich motivieren, zeichnen meine Arbeit besonders aus. Ich interessiere mich besonders für die Spannungen zwischen der Form, dem menschlichen Körper und der alles umgebenen Welt. Um diese Dinge zu erforschen, verwende ich eine visuelle Sprache von Linien, die auf geometrischen Themen basiert.

 

 

Besonders Deine Kollektion „Signs of Fiction“ steht für einen besonders konzeptionellen Ansatz. Planst Du auch eine Edition der Kollektion, die sich besser für den Alltag eignet?

 

Signs of Fiction war meine Abschlussarbeit am Shenkar College. Mit diesem Projekt wollte ich vor allem meine eigenen Grenzen austesten und mich in neue, innovative Bereiche vorwagen. Während der Arbeit an diesem Projekt habe ich meine Designprinzipien und Eigenschaften weiterentwickelt, die ich nun auch in der Entwicklung von alltäglichen Produkten anwenden kann. Seit meinem Abschluss habe ich bereits zwei kommerzielle Kollektionen entworfen – eine (künstlerische) Schmuckkollektion namens „#1“ und eine Kollektion mit silbernem Modeschmuck mit dem Titel „Alpha“. Derzeit arbeite ich an einer neuen Kollektion, für die ich mit dem talentierten Designer und Freund Galit Barak zusammenarbeite.



 

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

 

Ich habe viele Pläne und Träume für die Zukunft. Der erste Schritt, um diese auch zu verwirklichen, ist die Fortsetzung meiner neuen Kollektion, die ich dann in Israel und im Ausland auf den Markt bringen möchte. Ich bin an allen Aspekten des Designs interessiert, die sich mit dem menschlichen Körper beschäftigen. Ich plane definitiv meine Arbeit auf weitere Bereiche der Branche auszuweiten.

 

 

Wo findest Du die Inspiration für Deine Arbeit?

 

Normalerweise finde ich die Inspiration für meine Arbeiten in den Formen und Verbindungen von Formen. Ich lebe und arbeite in Tel Aviv. Jeden Tag nehme ich den Bus zu meinem Studio und ab und zu schaue ich dann zu den Balkons und Dächern der Stadt, das liefert mir immer neue Ideen. Ich versuche mir vorzustellen, nach was die Leute als nächstes Ausschau halten werden: Ich beginne mit einer Trendrecherche, dann wähle ich ein Thema aus. Wenn ich das Gefühl habe, dass ich alle nötigen Antworten zusammen habe, beginne ich mit dem Zeichnen meines Schmucks, dann mache ich 3D-Zeichnungen in Metall.

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