Neglected Architecture.
Nachkriegsmoderne in Ost- und Mitteleuropa

Neglected Grassland, Frankfurt am Main

– 7. Dezember 2014

ostarchitektur.com


Als im August 1989 der Eiserne Vorhang fiel, läutete dies das Ende eines sozialen, politischen, ökonomischen und kulturellen Experiments ein, in dessen Rahmen auch die Architektur eine wichtige Rollte spielte. Die Ausstellung „Neglected Architecture“, die noch bis zum 7. Dezember in Frankfurt zu sehen ist, zeigt interessante Beispiele zeitgenössischer Architektur, die unter kommunistischem Einfluss entstanden sind.




Während der Zeit des Eisernen Vorhangs war jahrelang der Blick auf die dortige Architektur nur beschränkt möglich, aber auch danach fand sie oft wenig Beachtung. Nach der Wende begann, nach einer kurzen Zeit der Neuorientierung, mit der freien Marktwirtschaft auch das sogenannte freie Bauen. Laut Organisatoren kann hier jedoch noch lange nicht das Niveau aus kommunistischen Zeiten erreicht werden.

Die Ausstellung soll der damals entstandenen Architektur nun endlich die lang verwehrte Aufmerksamkeit zukommen lassen. Vor diesem Hintergrund werden ausgewählte Bauten kommunistischer Architektur gezeigt, wie beispielsweise die Wohnhäuser am Plac Grunwaldzki in Breslau, die durch versetzte Betonelemente in den verschiedenen Stockwerken dem Gebäude ein organischen Aussehen geben. Oder das Opern- und Balletthaus in Skopje, dass problemlos der heutigen Zeit entstammen könnte, aber bereits 1979 fertiggestellt worden ist. Eine durchdachte Lichtführung und Integration in die Umgebung kreierten ein harmonisches Bild. Ein weiteres Beispiel ist das Wohnhaus Braće Jugovića und die Philosophische Fakultät in Belgrad, auch sie waren ihrer Zeit weit voraus und pflegten einen bewussten Umgang mit rohen Materialien, der sie zu guten Beispielen des Brutalismus macht.


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