22. Dezember 2016

News
Zwischen Kunst und Politik

Aedes Architekturforum, Berlin

– 19. Januar 2017

aedes-arc.de

 

Das gewebte Gesicht von Karl Marx blickt dem Zuschauer entgegen, daneben sieht man russische Buchstaben, viel rot, kommunistische Symbolik und Berlin, das als „Hauptstadt der DDR“ beworben wird. Die bemerkenswerte Ausstellung „Zwischen Kunst und Politik. Wandteppiche aus der DDR von 1955 bis 1989 – Eine Entdeckung“ im Aedes Architekturforum in Berlin lädt Besucher ein, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen.



 

Teppiche haben eine lange Geschichte. Der älteste erhaltene Teppich namens Pasyryk stammt aus Südsibirien, vermutlich entstand er im fünften oder vierten Jahrhundert vor Christus. Im Laufe der Zeit hielten Teppiche auch in Europa Einzug. 1785 meldete der Engländer Edmond Cartwright den ersten mechanischen Webstuhl als Patent an, woraufhin sich der maschinell gefertigte Teppiche in Europa (trotz sozialer Unruhen wie dem Augsburger Weberaufstand 1784/85) durchsetzte.

1993 gründete sich die Firma Carpet Concept, die nach der Wende eine Webfabrik in Münchenbernsdorf übernahm und seitdem weiterführt. Unter dem Dach dieser Fabrik wurden vor Kurzem von Gründer Thomas Trenkamp Wandteppiche aus der DDR-Zeit entdeckt, die nun zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Die Weberei musste in der ehemaligen DDR die Teppiche in Form von Zwangsauftragsarbeiten ohne Bezahlung für die SED fertigen. Die 32 Wandteppiche, die bis zu zwei Meter hoch sind, waren eine zu Großereignissen eingesetzte Machtdemonstration. Trenkamp sieht die Wandteppiche jedoch nicht als Propaganda, sondern bezeichnet sie als Kunst und „gelebten Sozialismus“. Sie sind ein Teil der Zeitgeschichte, die man jetzt im Aedes Architekturforum betrachten kann.

 

Aedes_Zwischen Kunst und Politik from Reframe on Vimeo.

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