DIE GESCHICHTE DER form


In den vergangenen 60 Jahren ist viel passiert in Deutschland, Europa und der Welt – in Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Technik, aber damit auch in allen Designdisziplinen. Die form ist Zeitzeuge dieser Veränderungen und hat sie gleichzeitig mitgeprägt. Das alles spiegelt sich in den nun mehr als 250 Ausgaben der Designzeitschrift wieder. Was 1957 als Idee von vier Kreativen begann, ist heute ein Forum mit treuen Abonnenten, das für Orientierung sorgt, Themen setzt und den Design-Diskurs stimuliert.


1957
Gründung als „Internationale Revue“ durch Jupp Ernst, Willem Sandberg, Curt Schweicher und Wilhelm Wagenfeld. form startet als breitgefächerte Kulturzeitschrift, die nicht nur Kunst, Architektur und industrielle Formgebung, sondern auch Ballett, Musik, Gedichte und gestalterische Manifeste bespricht und veröffentlicht.

1962
Karlheinz Krug wird neuer Schriftleiter. In seiner Funktion als Chefredakteur (bis 1998) und Mitherausgeber (bis 2001) prägt der ausgebildete Industriedesigner maßgeblich den Auftritt des Magazins.

1966
Mit dem Untertitel „Zeitschrift für Gestaltung“ manifestiert sich eine Neuausrichtung des Magazins, die Karlheinz Krug in Gang gesetzt hatte. Zudem wird ein internationaler Beirat vorgestellt, dem unter anderem Walter Gropius, Marcel Breuer, Sigfried Giedion, Johannes Itten, Richard Buckminster Fuller und Max Bill angehören.

1974
Bertelsmann kauft den Westdeutschen Verlag auf. Chefredakteur Karlheinz Krug, form-Grafiker Hanswerner Klein und der Verlagskaufmann Hans Otto Döring lösen die Zeitschrift aus dem bereits geschnürten Verkaufspaket heraus. Sie gründen den Verlag form und führen die Zeitschrift fortan in Eigenregie weiter.

1994
Alex Buck, Mitherausgeber neben Karlheinz Krug, und Matthias Vogt, Geschäftsführer, übernehmen die Leitung des Verlag form. In Frakfurt prägen der Redakteur Fabian Wurm und der Grafiker Andreas Liedtke bis 1998 die form. In diese Zeit fällt auch der in Zusammenarbeit mit dem Offenbacher „Büro für Gestaltung“ realisierte Relaunch. Der Verlag form beginnt Designer-Monografien und Publikationsreihen wie „Designer Profile“, „Design Klassiker“, „form Theorie“ und „form Diskurs“ zu veröffentlichen.

1997
Die erste, von Mathias Wollin gestaltete form–Website geht in diesem Jahr erstmals online. International renommierte Designer wie Stefan Sagmeister, Jonathan Barnbrook, Peter Saville, Gunter Rambow oder Mike Meiré entwerfen die Titelseiten der form.

1999
Karlheinz Krug zieht sich nach über 25 Jahren Mitarbeit aus der Redaktion zurück und fungiert bis 2001 weiterhin als Mitherausgeber. Seine Nachfolge in der Position als Chefredakteur tritt Petra Schmidt an. Die „Zeitschrift für Gestaltung“ trägt nun den Untertitel „The European Design Magazine“ und erscheint zweisprachig auf Deutsch und Englisch.

2002
Der zum Springer Science und Business Media gehörende Birkhäuser Verlag übernimmt die Zeitschrift form. In der Folge verlegt die Redaktion ihren Sitz nach Neu–Isenburg Gravenbruch.

2005
Das Magazin richtet den Fokus auf die verschiedenen Stadien des Gestaltungsprozesses, was auch der neue Untertitel „Making of Design“ deutlich macht. Zusätzlich werden Layout von Heft und Webseite von der Frankfurter Agentur ade hauser lacour grundlegend überarbeitet.

2006
Gerrit Terstiege, der seit 1997 bei der form tätig ist, wird neuer Chefredakteur.

2007
In diesem Jahr feiert die form ihr 50–jähriges Bestehen und zieht nach Basel in die Zentrale des Birkhäuser Verlags. Das Heftarchiv, von René Spitz im Rahmen seines Habilitationsvorhabens erstellt, wird mit mehr als 20 000 Seiten online gestellt.

2010
Der spanische Verlag Actar kauft die Bereiche Architektur und Design des Birkhäuser Verlags und damit auch die form.

2011
Der langjährige Chefredakteur und Herausgeber Karlheinz Krug stirbt im Alter von 77 Jahren.

2012
Konkurs des Schweizer Birkhäuser Verlags. In der Folge erwirbt die Buchverlagsrechte die Walter de Gruyter GmbH & Co. KG, Berlin, Peter Wesner erwirbt die Rechte an der Zeitschrift und am Verlag form. Die inhaltliche Ausrichtung und die Leitung des Redaktionsteams übernimmt der neue Chefredakteur Stephan Ott. Die form erscheint jetzt im Verlag form GmbH & Co. KG, Frankfurt am Main.

2013
Die Berliner Designer Heimann und Schwantes realisieren den Relaunch der form. Das Magazin wird visuell und inhaltlich den Anforderungen und Veränderungen des zeitgenössischen Designdiskurses angepasst. Zum gleichen Zeitpunkt geht auch die neu entworfene Webseite online.

2020
Anton Rahlwes und Nina Sieverding treten als gemeinsame Chefredaktion die Nachfolge von Stephan Ott an.